[Implementation und Auswirkung von leiblichen Selbsterfahrungsübungen im Pflegestudium: Ein Scoping Review]
Anna Christine Steinacker 1Michael Klingenberg 1
Stefan Bösner 2
1 University of Applied Sciences Fulda, Fulda, Deutschland
2 Philipps University Marburg, Marburg, Deutschland
Zusammenfassung
Zielsetzung: Selbsterfahrungsübungen zur Förderung der Perspektivübernahme aus Sicht von Patient:innen gewinnen in der pflegerischen Hochschulausbildung zunehmend an Bedeutung. Ziel dieses Scoping Reviews ist es, die aktuelle Literatur zu solchen Übungen systematisch zu erfassen und hinsichtlich Gestaltung, berichteter Effekte und pädagogischer Implikationen zu strukturieren.
Methoden: Basierend auf dem Rahmen von Arksey und O’Malley sowie den PRISMA-ScR-Leitlinien wurde eine systematische Literaturrecherche in PubMed, CINAHL, Embase und Web of Science durchgeführt (letzte Suche: November 2024). Eingeschlossen wurden peer-reviewte empirische Studien mit Pflegestudierenden. Die Daten wurden standardisiert extrahiert und thematisch synthetisiert.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 22 Studien (2009-2024) eingeschlossen, die qualitative, quantitative oder Mixed-Methods-Designs verwendeten. Die Selbsterfahrungsübungen fokussierten überwiegend auf Alter, Behinderung oder psychische Gesundheit. Drei Themenbereiche wurden identifiziert: (1) unmittelbare Reaktionen der Studierenden, (2) wahrgenommene Effekte nach den Übungen und (3) ethische sowie pädagogische Aspekte.
Schlussfolgerungen: Selbsterfahrungsübungen können Empathie und reflexive Praxis bei Pflegestudierenden fördern. Gleichzeitig verdeutlichen ethische Fragestellungen und heterogene Umsetzungsformen die Notwendigkeit einer sorgfältigen didaktischen Gestaltung. Zukünftige Forschung sollte Langzeiteffekte untersuchen und Best-Practice-Ansätze für die curriculare Integration entwickeln.
Schlüsselwörter
Pflegestudium, Selbsterfahrungsübungen, leibliche Erfahrung, Simulation, Empathie
1. Einleitung
In der Pflegeausbildung und im Pflegestudium sowie in anderen gesundheitsbezogenen Studien- und Ausbildungsgängen werden Selbsterfahrungsübungen eingesetzt, um Lernenden einen Perspektivwechsel zu ermöglichen und sie an Versorgungssituationen aus der Sicht derjenigen heranzuführen, die gepflegt werden [1], [2]. Ziel dieser Übungen ist es, das Verständnis für körperliche und emotionale Herausforderungen im Zusammenhang mit Krankheit oder Behinderung zu vertiefen. Hierzu zählen leiblich-erfahrungsorientierte Formate, in denen Teilnehmende vorübergehend mit funktionellen Einschränkungen konfrontiert werden, etwa durch die Nutzung eines Rollstuhls, das Erleben von Seh- oder Hörbeeinträchtigungen oder die Abhängigkeit von Unterstützung bei alltäglichen Aktivitäten [3], [4].
Dieser didaktische Ansatz ist insbesondere für die Pflege von Bedeutung, da Pflegende in ihrer beruflichen Praxis in intensive, häufig langfristige Interaktionen mit Patient*innen eingebunden sind, die weit über die Anwendung technischer Fertigkeiten hinausgehen. Pflege ist ein körperlich und emotional geprägter Beruf, in dem sowohl der Körper der Patient*innen als auch der der Pflegenden eine zentrale Rolle spielt. Wie Oelke hervorhebt, stellt die Wahrnehmung eigener körperlicher und emotionaler Reaktionen eine wesentliche Voraussetzung für mitfühlende und reflektierte Pflege dar [5]. Lehrende nehmen hierbei eine Schlüsselrolle ein, indem sie durch erfahrungsbasierte Lehrformate Lernprozesse fördern, die Empathie, Reflexion und klinisches Denken unterstützen [6].
Trotz ihrer zunehmenden Verbreitung werden Selbsterfahrungsübungen kritisch im Hinblick auf ihre pädagogische Wirksamkeit und ihre ethischen Implikationen diskutiert. Ein zentraler Kritikpunkt besteht darin, dass diese Formate häufig den anfänglichen Schock des Erwerbs einer Behinderung – etwa durch plötzlichen Mobilitätsverlust oder den Verlust des Sehvermögens – in den Vordergrund stellen, während langfristige Prozesse der Anpassung, der Identitätsentwicklung und der Resilienz unzureichend berücksichtigt werden [4], [7], [8]. Dadurch besteht die Gefahr, komplexe Lebensrealitäten zu vereinfachen, stereotype Vorstellungen zu reproduzieren oder Mitleid anstelle einer differenzierten, authentischen Empathie zu fördern [1], [9], [10].
Darüber hinaus fokussieren viele Selbsterfahrungsübungen primär auf technische Aspekte, etwa das Manövrieren eines Rollstuhls, ohne emotionale, soziale oder strukturelle Dimensionen von Krankheit oder Behinderung angemessen abzubilden. Studierende berichten in diesem Zusammenhang teilweise von intensiven emotionalen Reaktionen wie Angst, Unsicherheit oder Unbehagen. Zudem fällt es einigen schwer, das eigene vorgestellte Leiden klar von den tatsächlichen Erfahrungen von Patient*innen zu unterscheiden [1], [11], [12].
Gleichzeitig betonen zahlreiche Lehrende den didaktischen Mehrwert von Selbsterfahrungsübungen. Insbesondere in Verbindung mit einer sorgfältigen Vor- und Nachbereitung können diese Formate zur Förderung von Empathie beitragen, das Verständnis für die Perspektive von Patient*innen vertiefen und die professionelle Entwicklung von Pflegestudierenden unterstützen [2], [4], [13]. Die berichteten Effekte sind jedoch heterogen und nicht durchgängig konsistent. Zunehmend rücken zudem die ethischen Dynamiken zwischen Studierenden und Lehrenden sowie die Frage in den Fokus, inwiefern Menschen mit eigenen Krankheitserfahrungen stärker in die Konzeption und Durchführung solcher Lehrformate einbezogen werden sollten [1], [8], [9], [11].
Während einzelne Studien positive Effekte berichten, zeigen andere lediglich kurzfristige oder inkonsistente Wirkungen. Auch die konkrete Umsetzung von Selbsterfahrungsübungen variiert erheblich, und bislang besteht kein Konsens über Best-Practice-Ansätze oder übergreifende didaktische Rahmenkonzepte [13]. Obwohl die Relevanz dieser Fragestellungen in der gesundheitsberuflichen Ausbildung insgesamt zunimmt, liegt bislang nur begrenzt Forschung vor, die sich spezifisch mit Selbsterfahrungsübungen in grundständigen pflegerischen Studien- und Ausbildungsgängen befasst.
Vor diesem Hintergrund zielt der vorliegende Scoping Review darauf ab, die bestehende Literatur zu Selbsterfahrungsübungen in der pflegerischen Hochschulausbildung systematisch zu erfassen und zu strukturieren. Ziel der Arbeit ist es,
- die Arten und Gestaltungsformen eingesetzter Selbsterfahrungsübungen zu identifizieren,
- die Erfahrungen der Pflegestudierenden sowie die berichteten Effekte zu untersuchen und
- die ethischen, praktischen und pädagogischen Implikationen der Implementierung solcher Übungen in pflegerische Curricula zu analysieren.
Angesichts der thematischen Breite sowie des Bedarfs an einem umfassenden Überblick wurde ein Scoping-Review-Ansatz gewählt, um konzeptionelle Grenzen zu klären und Ansatzpunkte für zukünftige Forschung zu identifizieren [14].
Zur Strukturierung der Analyse wurden folgende Forschungsfrage sowie Unterfragen formuliert:
Welche Arten von Selbsterfahrungsübungen werden in der grundständigen Pflegeausbildung eingesetzt, und wie werden diese von Pflegestudierenden erlebt und bewertet?
- Welche emotionalen und physiologischen Reaktionen berichten Pflegestudierende während der Teilnahme an Selbsterfahrungsübungen?
- Welche Herausforderungen, Grenzen und Potenziale erleben Lehrende bei der Implementierung von Selbsterfahrungsübungen?
2. Methoden
2.1. Design des Scoping Reviews
Das Scoping Review wurde in Anlehnung an das methodische Rahmenmodell von Arksey und O’Malley [14] durchgeführt, das fünf Phasen umfasst:
- Formulierung der Forschungsfrage,
- Identifikation relevanter Studien,
- Auswahl der Studien,
- Daten-Charting sowie
- Zusammenführung, Zusammenfassung und Darstellung der Ergebnisse.
Ergänzend wurden Weiterentwicklungen der Scoping-Review-Methodik nach Peters et al. [15] berücksichtigt, insbesondere hinsichtlich eines iterativen Charting-Prozesses und einer transparenten Berichterstattung. Die Berichterstattung erfolgte gemäß den PRISMA-ScR-Leitlinien [16]. Das Review-Protokoll ist auf Anfrage bei den Autor*innen erhältlich.
2.2. Informationsquellen und Suchstrategie
Es wurde eine systematische Literaturrecherche in den Datenbanken PubMed, CINAHL, Embase und Web of Science durchgeführt. Die letzte Datenbanksuche erfolgte im November 2024. Die Suchstrategie basierte auf drei zentralen Konzepten:
- Pflegeausbildung (z. B. undergraduate nursing education, pre-licensure nursing training),
- Selbsterfahrungsübungen (z. B. disability simulation, perspective training, point-of-view simulation) sowie
- ergebnisbezogene Begriffe (z. B. empathy, compassion, attitudes, understanding, care).
Die zur Entwicklung der PubMed-Suchstrategie verwendeten Konzepte und Suchbegriffe sind in Tabelle 1 [Tab. 1] dargestellt.
Tabelle 1: PubMed-Suchbegriffe 
Die vollständige PubMed-Suchstrategie einschließlich der Trefferzahlen ist in Anhang 1 [Anh. 1] dokumentiert. Die Suchstrategien für die weiteren Datenbanken sind auf Anfrage bei den Autor*innen erhältlich.
Ergänzend wurde ein vorwärts- und rückwärtsgerichtetes Citation-Tracking aller eingeschlossenen Studien durchgeführt. Sämtliche Referenzen wurden in Citavi importiert; die Duplikatentfernung erfolgte automatisiert und manuell.
2.3. Auswahl der Evidenzquellen
Eingeschlossen wurden empirische, peer-reviewte Studien, die zwischen 2009 und 2024 veröffentlicht wurden und sich auf Pflegestudierende in der grundständigen Ausbildung bezogen. Studien mit multiprofessionellen Stichproben wurden berücksichtigt, sofern Pflegestudierende Teil der Stichprobe waren. Eingeschlossen wurden Studien, die körperlich erfahrungsbasierte Selbsterfahrungsübungen beschrieben, in denen Krankheit, Behinderung oder Alter aus der Perspektive von Patient*innen simuliert wurden, und die relevante Ergebnisparameter berichteten, darunter Empathie, Einstellungen, emotionale oder physiologische Reaktionen, Verständnis oder lernbezogene Outcomes.
Ausgeschlossen wurden Literaturreviews, theoretische Arbeiten, Editorials und Konferenzabstracts. Studien in anderen Sprachen als Deutsch oder Englisch sowie graue Literatur (z. B. Dissertationen, unveröffentlichte Berichte) wurden aus pragmatischen und qualitätssichernden Gründen nicht berücksichtigt.
Nach der Duplikatentfernung erfolgte ein zweistufiges Screening (Titel/Abstract und Volltext) anhand vorab definierter Ein- und Ausschlusskriterien. Das Screening wurde aus Ressourcengründen von der Erstautorin durchgeführt. Zur Sicherstellung methodischer Transparenz wurden Screening-Entscheidungen regelmäßig im Forschungsteam reflektiert; uneindeutige Fälle wurden gemeinsam diskutiert, bis ein Konsens erzielt wurde.
2.4. Data-Charting und Analyse
Zur systematischen Erfassung der Studienmerkmale wurde ein standardisiertes Charting-Formular eingesetzt, das Angaben zu Autor:in, Erscheinungsjahr und Herkunftsland, Art und Umsetzung der Selbsterfahrungsübungen, Reaktionen der Studierenden, berichtete Outcomes (z. B. Empathie, Einstellungen, emotionale oder lernbezogene Effekte) sowie didaktische Begleitmaßnahmen (z. B. Prebriefing, Debriefing) umfasste. Das Charting erfolgte durch die Erstautorin mithilfe der Software MAXQDA; zwei studentische Hilfskräfte unterstützten eine zweite Kodier- und Überprüfungsrunde zur Qualitätssicherung.
„Reaktionen der Studierenden“ (z. B. Reflexionsberichte, narrative Daten) und „berichtete Outcomes“ (z. B. standardisierte Messinstrumente, Evaluationsergebnisse) wurden als unterschiedliche Datentypen betrachtet und getrennt analysiert.
Die thematische Analyse orientierte sich am Ansatz von Braun und Clarke [17] und erfolgte iterativ unter Einbezug von Teamdiskussionen sowie einer interpretativen Synthese im Einklang mit der Scoping-Review-Methodik. Die Ergebnisse wurden narrativ dargestellt und durch tabellarische Übersichten zentraler Studienmerkmale und Befunde ergänzt.
3. Ergebnisse
3.1. Studienauswahl
Insgesamt wurden 22 Studien in diesen Review eingeschlossen. Der Auswahlprozess ist als PRISMA-Flussdiagramm in Abbildung 1 [Abb. 1] dargestellt [18]. Über die vier Datenbanken wurden insgesamt 811 Datensätze identifiziert, zwei weitere Quellen wurden durch Citation-Tracking ergänzt. Nach der Duplikatentfernung wurden Titel und Abstracts anhand der Ein- und Ausschlusskriterien gescreent. Anschließend erfolgte die Volltextprüfung potenziell relevanter Studien.
Abbildung 1: PRISMA Flow Chart [18]
3.2. Charakteristika der eingeschlossenen Studien
Die eingeschlossenen Studien umfassten unterschiedliche Übungssansätze mit dem Ziel, Empathie und das Verständnis für die Erfahrungen von Patient*innen zu fördern (siehe Anhang 2 [Anh. 2]). Methodisch verwendeten elf Studien qualitative Designs, acht quantitative Designs und drei Mixed-Methods-Ansätze. Die Mehrheit der Studien wurde in den Vereinigten Staaten durchgeführt (n=12), weitere in Australien (n=4) und Schweden (n=2). Jeweils eine Studie stammte aus der Türkei, den Niederlanden, dem Iran und Taiwan.
3.3. Arten und Umsetzung von Selbsterfahrungsübungen
Die 22 eingeschlossenen Studien setzten eine Vielzahl erfahrungsbasierter Formate zur Förderung von Perspektivübernahme und Empathie ein. Am häufigsten wurde die Übung Voices that are distressing verwendet (n=6), bei der auditive Halluzinationen simuliert werden, um das Erleben von Menschen mit psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie nachvollziehbar zu machen [19], [20], [21], [22], [23], [24], [25].
Ein „Ein Tag im Leben eine*r Patient*in“-Ansatz wurde in fünf Studien eingesetzt, häufig in Kombination mehrerer sensorischer oder mobilitätsbezogener Einschränkungen zur Abbildung der Komplexität chronischer Erkrankungen [26], [27], [28], [29], [30]. In vier Studien trugen Studierende temporär einen Stomabeutel, um emotionale und praktische Herausforderungen des Lebens mit einem Stoma erfahrbar zu machen [31], [32], [33], [34].
Weitere Formate umfassten Simulationen von Seh- oder Hörbeeinträchtigungen (n=2), in einer Studie unter Einsatz virtueller Realität (VR) [35], [36]. Altersanzüge wurden in zwei Studien desselben Forschungsteams verwendet, um altersbedingte funktionelle Einschränkungen zu simulieren [37], [38]. Zwei Studien nutzten die Virtual Dementia Tour, um Desorientierung und Frustration im Kontext von Demenz erfahrbar zu machen [39], [40], [41]. Eine Studie thematisierte den Prozess der HIV-Testung und fokussierte auf die emotionale Situation von Patient*innen während sensibler Diagnostik [42].
Die Umsetzungspraktiken variierten erheblich, insbesondere hinsichtlich Vorbereitung und Nachbereitung. Prebriefings umfassten häufig theoretische Einführungen, Videos oder Szenariobeschreibungen [23], [29], [36], [40] und thematisierten teilweise Aspekte emotionaler Sicherheit [23]. Debriefings reichten von Einzelgesprächen [41] über Gruppendiskussionen bis hin zu schriftlichen Reflexionen [20], [29], [31] und dienten durchgängig der Verarbeitung emotionaler Reaktionen sowie der Verknüpfung der Erfahrung mit pflegerischer Praxis. Einige Studien betonten die Bedeutung eines hohen Realismus, etwa durch den Einsatz von VR, professionellen Schauspieler*innen oder die Einbindung von Menschen mit eigener Krankheitserfahrung [27], [40], [41]. In drei Studien wechselten Studierende zwischen der Rolle von Patient*innen und Pflegenden [21], [26], [27].
3.4. Thematische Ergebnisse
3.4.1. Thema 1: Reaktionen der Studierenden während der Selbsterfahrungsübungen
Während der Teilnahme berichteten Studierende häufig über emotionale Belastungen wie Unbehagen, Frustration, Angst und erhöhte Vulnerabilität. Die Reaktionen reichten von Anspannung und Unsicherheit bis hin zu intensiveren Empfindungen wie Panik, Traurigkeit oder Überforderung [22], [23], [31], [33], [34], [37]. Viele Teilnehmende beschrieben Schwierigkeiten bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben oder sozialer Interaktionen infolge sensorischer, kognitiver oder motorischer Einschränkungen [20], [21], [35].
Art und Intensität der Reaktionen variierten je nach Format. Simulationen auditiver Halluzinationen wurden mit Reizbarkeit, mentaler Überlastung und Kontrollverlust assoziiert [23]. Übungen zu Seh- oder Mobilitätseinschränkungen führten häufig zu Gefühlen von Abhängigkeit, Einsamkeit, Verwirrung und Angst vor körperlicher Verletzung [29], [35]. Das Tragen eines Stomabeutels war mit Schamgefühlen, erhöhter Selbstbeobachtung und Sorgen hinsichtlich sozialer Stigmatisierung verbunden [31], [33], [34]. Vereinzelt wurden auch physiologische Reaktionen wie Tachykardie oder körperliches Unwohlsein berichtet [42]. Einige Studierende beschrieben das Gefühl, von ihrer Umwelt abgeschirmt zu sein und nur eingeschränkt mit ihr interagieren zu können [38].
3.4.2. Thema 2: Wahrgenommene Effekte nach den Selbsterfahrungsübungen
Trotz der während der Übungen erlebten Belastungen beschrieben viele Studierende die Teilnahme als eindrücklich, erkenntnisreich und teilweise transformativ [20], [21], [23], [38], [41]. Wiederholt wurde betont, dass Selbsterfahrungsübungen Einsichten ermöglichten, die weder durch theoretische Lehre noch durch klinische Praktika allein erreichbar seien [23].
Die Autor*innen berichteten über eine Förderung von Empathie und Perspektivübernahme, da Studierende kurzfristig Einblicke in das Erleben von Menschen mit psychischen Erkrankungen, Sinnesbeeinträchtigungen oder altersbedingten Einschränkungen erhielten [22], [24], [27], [34], [38]. Qualitative Befunde wurden durch quantitative Ergebnisse ergänzt, die signifikante Verbesserungen von Empathiewerten und Einstellungen gegenüber Patient*innen nach den Interventionen zeigten [28], [36], [41].
Darüber hinaus berichteten Studierende über eine gesteigerte Geduld, ein stärkeres Bewusstsein für Würde und Autonomie sowie eine erhöhte Sensibilität für Zuhören und Präsenz im Pflegehandeln [29], [33]. Einzelne Teilnehmende beschrieben die Erfahrungen als nachhaltig prägend und gaben an, ihr zukünftiges pflegerisches Handeln bewusster und empathischer gestalten zu wollen [20], [35]. Zwei Studien untersuchten den Transfer in die Praxis: Eine Studie nutzte einen Follow-up-Fragebogen zur Erfassung langfristiger Effekte auf Empathie und Altruismus [30], eine weitere beobachtete Studierende während klinischer Einsätze [20].
3.4.3. Thema 3: Ethische und pädagogische Aspekte
Lehrende hoben die Bedeutung eines sicheren und unterstützenden Lernumfelds hervor, in dem Studierende ohne Angst vor Schaden oder Bewertung an Selbsterfahrungsübungen teilnehmen können [29], [35]. Der didaktische Nutzen kostengünstiger und immersiver Formate wurde betont, sofern diese klaren Lernzielen folgten, reflexiv begleitet und curricular eingebettet waren [23], [36], [40]. VR wurde als effektives Instrument zur Förderung von Immersion und Perspektivübernahme beschrieben [28], [36], [41].
Zur Erhöhung von Authentizität und Relevanz empfahlen Autor*innen die Einbindung narrativer Erfahrungsberichte, die Beteiligung von Patient*innen an der Entwicklung der Formate oder die Kombination mit Filmen und Fallstudien [27], [28], [29]. Prebriefing und Debriefing wurden wiederholt als zentrale didaktische Elemente identifiziert [29], [40]. Eine Studie zeigte, dass Studierende mit geringer klinischer Erfahrung Schwierigkeiten hatten, sich vollständig auf die Rolle von Patient*innen einzulassen [30]. Entsprechend wurde empfohlen, Selbsterfahrungsübungen gezielt bei fortgeschritteneren Studierenden einzusetzen oder mit weiteren Lehrformaten zu kombinieren, um Reflexionstiefe und Lerntransfer zu erhöhen [21], [30].
Trotz überwiegend positiver Bewertungen wurden auch Limitationen benannt. Selbsterfahrungsübungen ermöglichen lediglich kurzfristige, künstliche Einblicke in oftmals lebenslange und komplexe Erfahrungen und können die chronischen Realitäten von Krankheit, Behinderung oder Alter nur begrenzt abbilden [35]. Unzureichend konzipierte oder kontextualisierte Formate bergen zudem das Risiko der Vereinfachung, der Reproduktion stereotyper Vorstellungen oder einer unbeabsichtigten Verstärkung von Angst [22], [35].
4. Diskussion
Die Ergebnisse dieses Scoping Reviews verdeutlichen sowohl das pädagogische Potenzial als auch die mit Selbsterfahrungsübungen im Pflegestudium verbundenen Herausforderungen. Als erste systematische Aufarbeitung dieses Themenfeldes für die Pflegeausbildung identifiziert der Review wiederkehrende Muster in Gestaltung, Wirkung und Bewertung dieser Lehrformate und macht zugleich Forschungs- und Reflexionsbedarfe sichtbar. Über die eingeschlossenen Studien hinweg ließen sich drei zentrale Themenbereiche identifizieren
- die unmittelbaren Reaktionen der Studierenden während der Selbsterfahrungsübungen,
- die wahrgenommenen Effekte nach der Selbsterfahrungsübung sowie
- ethische und pädagogische Aspekte
Diese Befunde stehen im Einklang mit früheren Arbeiten, die darauf hinweisen, dass erfahrungsbasierte Lehrformate, in denen Lernende temporär die Rolle von Patient*innen einnehmen, besonders geeignet sind, Empathie und Perspektivübernahme zu fördern [43]. Für Pflegestudierende, die in ihrer späteren Berufspraxis mit Menschen mit komplexen gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeiten, stellt diese Fähigkeit eine zentrale professionelle Kompetenz dar. Sie erfordert neben klinischem Wissen eine bewusste Auseinandersetzung mit den subjektiven, leiblichen und emotionalen Dimensionen von Krankheit und Pflegeerfahrung [5], [44]. In diesem Sinne können Selbsterfahrungsübungen als potenziell wirksame Brücke zwischen theoretischem Wissen und gelebten Patient*innenerfahrungen verstanden werden. Gleichzeitig verweisen die Ergebnisse auf relevante praktische, ethische und methodische Herausforderungen. Die immersive Qualität der Übungen wurde von Studierenden häufig als besonders wirkungsvoll und „augenöffnend“ beschrieben [23], [24], [33], ging jedoch vielfach mit intensiven emotionalen und teilweise körperlichen Reaktionen einher, darunter Angst, Frustration, Desorientierung, Verletzlichkeit und Traurigkeit [23], [31], [37], [42]. Obwohl diese Reaktionen zunächst als belastend erlebt wurden, bewerteten viele Studierende sie retrospektiv als bedeutsam und lernförderlich. Insbesondere das Erleben von Unbehagen wurde – bei angemessener didaktischer Begleitung – als Auslöser für Empathie, Geduld und eine stärkere Orientierung an individualisierten Pflegebedürfnissen beschrieben. Emotionale Irritation fungierte somit nicht als Lernhindernis, sondern als integraler Bestandteil eines reflexiven Lernprozesses, was mit früheren Befunden zu transformativen Lernerfahrungen übereinstimmt [13]. Allerdings zeigte sich, dass die berichteten Effekte überwiegend kurzfristiger Natur waren. Nur zwei Studien untersuchten explizit den Transfer der Lernerfahrungen in nachhaltige Einstellungs- oder Verhaltensänderungen [20], [30]. Die Befunde hierzu fielen uneinheitlich aus: Während eine Studie keine langfristigen Effekte nachweisen konnte [30], deuteten Beobachtungsdaten einer anderen Studie auf eine Anwendung empathischer Haltungen in der klinischen Praxis hin, ohne jedoch deren Dauerhaftigkeit eindeutig belegen zu können [20]. Diese Ergebnisse unterstreichen den Bedarf an Längsschnittstudien, die die Nachhaltigkeit erfahrungsbasierter Lernprozesse systematisch untersuchen.
Als zentraler Erfolgsfaktor für die pädagogische Wirksamkeit von Selbsterfahrungsübungen erwiesen sich in nahezu allen Studien strukturierte Prebriefing- und Debriefing-Phasen [20], [23], [31], [36]. Diese entsprechen den Best-Practice-Empfehlungen der International Nursing Association for Clinical Simulation and Learning (INACSL) und dienen sowohl der kognitiven Vorbereitung als auch der emotionalen Absicherung der Studierenden [45]. Prebriefings umfassten unter anderem theoretische Rahmungen, Szenariobeschreibungen und narrative Erfahrungsberichte, um eine reflektierte Perspektivübernahme zu unterstützen [23], [40]. Aspekte emotionaler Sicherheit, etwa die Möglichkeit des Abbruchs oder die Präsenz geschulter Lehrender, wurden dabei häufig explizit adressiert.
Das Debriefing stellte einen zentralen pädagogischen und ethischen Bestandteil dar, indem es Raum für Reflexion, Sinngebung und emotionale Verarbeitung bot [46]. In Gruppendiskussionen, schriftlichen Reflexionen oder begleiteten Einzelgesprächen konnten Studierende ihre Erfahrungen einordnen und in ein differenziertes empathisches Verständnis überführen [20], [27], [41]. Gleichzeitig fungierte das Debriefing als Schutzmechanismus für das psychische Wohlbefinden der Studierenden. Wie Schmidt et al. betonen, ist eine strukturierte Nachbereitung essenziell, um potenziell belastende Reaktionen frühzeitig zu erkennen und zu adressieren [12].
Ein zentrales Spannungsfeld betrifft die Authentizität und ethische Rahmung von Simulationen, insbesondere bei der Darstellung von Behinderung oder psychischer Erkrankung. Mehrere Autor*innen warnen davor, dass solche Übungen komplexe Lebensrealitäten vereinfachen und unbeabsichtigt stereotype oder defizitorientierte Vorstellungen reproduzieren können [7], [8], [9]. Kritisch diskutiert wird insbesondere der Fokus auf den anfänglichen „Schock“ des Behindertwerdens, während langfristige Anpassungsprozesse, Resilienz und Autonomie häufig unberücksichtigt bleiben [8]. In diesem Zusammenhang wird argumentiert, dass Perspektivübernahme nicht per se zu differenzierten oder positiven Einstellungen führt und unter bestimmten Bedingungen bestehende Stereotype sogar verstärken kann [47], [48], [49].
Auffällig ist, dass diese ethischen und theoretischen Kritikpunkte in den eingeschlossenen Studien nur selten explizit reflektiert wurden. Dies deutet auf eine Diskrepanz zwischen konzeptionellen Debatten und empirischer Forschung zur Pflegeausbildung hin. Die Ergebnisse unterstreichen daher die Notwendigkeit einer klareren ethischen Rahmung sowie einer stärkeren Einbindung von Menschen mit eigener Krankheitserfahrung in die Entwicklung und Umsetzung von Selbsterfahrungsübungen, um Authentizität zu fördern und Stigmatisierung entgegenzuwirken.
4.1. Limitationen und Stärken
Wie für Scoping Reviews typisch, zielte diese Arbeit darauf ab, die Breite der bestehenden Literatur abzubilden, nicht jedoch die Qualität oder Wirksamkeit einzelner Interventionen zu bewerten. Die thematische Synthese ermöglichte die Identifikation übergreifender Muster, schränkte jedoch die Tiefe der inhaltlichen Interpretation ein. Die hohe Heterogenität der eingeschlossenen Studien hinsichtlich Design, Interventionen, Stichproben und Bildungskontexte erschwerte zudem die Vergleichbarkeit der Ergebnisse.
Die Beschränkung auf deutsch- und englischsprachige Publikationen sowie der Ausschluss grauer Literatur bergen das Risiko von Sprach- und Publikationsbias. Darüber hinaus erfolgte das Screening überwiegend durch eine Autorin, was trotz teaminterner Rückkopplung ein erhöhtes Risiko für Selektionsverzerrungen impliziert.
Demgegenüber stehen mehrere methodische Stärken. Die transparente und systematische Suchstrategie über mehrere Datenbanken, die Orientierung an den PRISMA-ScR-Leitlinien sowie ein strukturiertes Daten-Charting erhöhen die Nachvollziehbarkeit und Reproduzierbarkeit der Ergebnisse. Die kontinuierliche Abstimmung im Forschungsteam unterstützte zudem analytische Konsistenz und Reflexivität.
Auch die eingeschlossenen Studien selbst weisen Stärken auf: Sie zeigen eine große Vielfalt an kreativen und kontextsensitiven Ansätzen zur Umsetzung von Selbsterfahrungsübungen, von einfachen Rollenspielen bis hin zu immersiven, technologiegestützten Formaten, und verdeutlichen das breite didaktische Potenzial dieser Lehrmethoden in der Pflegeausbildung.
5. Schlussfolgerung
Dieser Scoping Review zeigt, dass Selbsterfahrungsübungen in der Pflegeausbildung von Studierenden überwiegend als wertvolle Lehrformate wahrgenommen werden und zur Förderung von Empathie, Perspektivübernahme und patient*innenzentrierten Haltungen beitragen können. Die während der Übungen erlebten emotionalen Reaktionen, wie Angst, Verunsicherung oder Desorientierung, werden häufig als Ausgangspunkt vertiefter Lernprozesse beschrieben. Voraussetzung für einen nachhaltigen pädagogischen Mehrwert ist jedoch eine sorgfältige didaktische Gestaltung, insbesondere durch strukturierte Prebriefing- und Debriefing-Phasen, die sowohl Lernprozesse unterstützen als auch die psychologische Sicherheit der Studierenden gewährleisten.
Zukünftige Forschung sollte sich verstärkt mit der Optimierung der Konzeption und Implementierung von Selbsterfahrungsübungen befassen, insbesondere im Hinblick auf Studierende, die negativ reagieren oder sich emotional oder kognitiv distanzieren. Längsschnittstudien sind erforderlich, um zu prüfen, ob kurzfristige Erkenntnisse in nachhaltige Veränderungen von Einstellungen und pflegerischer Praxis übergehen. Darüber hinaus erscheint eine Ausweitung der Forschung auf unterschiedliche kulturelle und institutionelle Kontexte sinnvoll, um weitere Einflussfaktoren auf die Wirksamkeit erfahrungsbasierter Lehrformate zu identifizieren.
ORCIDs der Autor*innen
- Anna Christine Steinacker: [0009-0000-4466-1407]
- Michael Klingenberg: [0000-0003-1324-5210]
- Stefan Böser: [0000-0002-3095-4396]
Interessenkonflikt
Die Autor*innen erklären, dass sie keinen Interessenkonflikt im Zusammenhang mit diesem Artikel haben.
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