[Interprofessionelle Kompetenzen in Fort- und Weiterbildung vermitteln – Implementierung und Evaluation eines fallbasierten interprofessionellen Online-Seminars für Apotheker*innen und Ärzt*innen in Weiterbildung Allgemeinmedizin]
Sabine Gehrke-Beck 1Nicole Zimmermann 2
Stefan Wind 3
Ulrike Sonntag 1
1 Charité – Universitätsmedizin Berlin, corporate member of Freie Universität Berlin and Humboldt Universität zu Berlin, Institut für Allgemeinmedizin, Berlin, Deutschland
2 Freie Universität Berlin, Abteilung Klinische Pharmazie & Biochemie, Berlin, Deutschland
3 Apothekerkammer Berlin, Berlin, Deutschland
Zusammenfassung
Zielsetzung: Interprofessionelle Kompetenzen sollten kontinuierlich auch über die Ausbildung hinaus in Fort- und Weiterbildung vermittelt werden. Zur besseren Kooperation zwischen Medizin und Pharmazie im Kontext der Arzneimitteltherapiesicherheit bei Multimedikation planten wir ein interprofessionelles Fortbildungsformat für Apotheker:innen(AP) und Ärzt:innen in Weiterbildung Allgemeinmedizin (ÄiW), welches insbesondere die Rollen- und Kompetenzwahrnehmung der jeweils anderen Berufsgruppe verbessern sollte, um die Zusammenarbeit im Berufsalltag zu verbessern.
Methodik: Das Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin Berlin und die Apothekerkammer Berlin haben aufbauend auf einem Lehrprojekt im Medizin- und Pharmaziestudium ein fallbasiertes, interprofessionelles Seminar für sich fortbildende AP und ÄiW entwickelt. Im berufsgruppenübergreifenden Team-Teaching wurden kollaborativ fachübergreifend Falldiskussionen durchgeführt. Die Veranstaltung wurde niedrigschwellig online mit zwei Unterrichtseinheiten abends angeboten. Die Evaluation untersuchte die Zufriedenheit der Teilnehmenden (TN) und die Veränderung der Wahrnehmung der jeweils anderen Berufsgruppe.
Ergebnisse: Es wurden 2023-2024 insgesamt drei online-Seminare mit unterschiedlichem thematischem Fokus durchgeführt. Insgesamt nahmen 48 AP und 58 ÄiW teil. 57 TN evaluierten das Seminar (Rücklauf 54%). 55 Evaluierende würden das Seminar weiterempfehlen und alle schätzten die interprofessionelle Ausrichtung als hilfreich ein. Sie beurteilten ganz überwiegend sowohl den Informationsgehalt als auch die Möglichkeiten zur Diskussion als angemessen. In Freitexten wurde besonders das Kennenlernen der anderen Berufsgruppe im Rahmen der Fallarbeit als bereichernd genannt. An einer erneuten Evaluation nach vier Wochen im Berufsalltag nahmen noch 34 TN teil. Ein Großteil gab an, die Kompetenzen der anderen Berufsgruppe besser beurteilen zu können, allerdings nur knapp die Hälfte, dass sich der Kontakt zur anderen Berufsgruppe verbessert hat. Einzelne TN beschrieben jedoch in Freitexten auch schwierige Kontaktaufnahmen im Alltag.
Schlussfolgerung: Ein niedrigschwelliges online-Seminar mit interprofessioneller Fallbearbeitung trifft auf hohe Akzeptanz und ermöglicht einen berufsgruppenübergreifenden Austausch. Es führt zur verbesserten Wahrnehmung der Kompetenzen der jeweils anderen Berufsgruppe, verbessert aber den Kontakt im Berufsalltag nur begrenzt.
Schlüsselwörter
Weiterbildung, Graduiertenausbildung, interprofessionelle Ausbildung, interprofessionelle Beziehungen, Patiententeam, Online-Lernen, Medikamentenüberprüfung, Medikamententherapiemanagement
1. Einleitung
1.1. Bedeutung interprofessioneller Versorgung und Ausbildung
Mit dem demographischen Wandel wird die medizinische Versorgung komplexer und eine berufsgruppenübergreifende Versorgung gewinnt zunehmend an Bedeutung [1], [2]. Eine interprofessionelle Ausbildung ist notwendig, damit Studierende auf die berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit vorbereitet werden [2], [3], [4]. Die WHO definiert interprofessionelle Ausbildung damit, dass „zwei oder mehr Berufsgruppen voneinander, übereinander und miteinander lernen, um die Zusammenarbeit und die Gesundheitsversorgung zu verbessern.“ [5], [6].
Interprofessionelle Kompetenzen sind im Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin verankert und werden an den Fakultäten zunehmend umgesetzt [7], [8], [9], [10], [11], [12], [13]. Allerdings sind viele der bereits implementierten Projekte nur punktuell im Curriculum integriert und nur für einen Teil der Studierenden zugänglich, eine longitudinale Integration ist an den meisten Studiengängen noch nicht erreicht [4], [14]. Auch nach dem Berufseintritt sind Fortbildungen und Kompetenzerhalt nicht ausschließlich über monoprofessionelle Fortbildungen sinnvoll, auch hier sollten professionsübergreifende Fortbildungsmöglichkeiten geschaffen werden [15], [16]. Dazu kommt, dass viele der aktuell in Gesundheitsberufen tätigen Personen in ihrer Ausbildung selbst nie interprofessionelle Ausbildung erlebt haben und damit ein Nachholbedarf besteht, auch für diese Zielgruppe die berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit zu adressieren.
1.2. Rahmenbedingungen interprofessionellen Lernens in der Fort- und Weiterbildung
Die Implementierung interprofessionellen Lernens in der Fort- und Weiterbildung trifft auf andere Rahmenbedingungen als in der Ausbildung. Zum einen ist zu vermuten, dass die Relevanz der Zusammenarbeit medizinischer Fachberufe im Arbeitsalltag für Berufstätige direkter ersichtlich ist als für Studierende. Andererseits sind möglicherweise Haltungen und Einstellungen bereits verfestigter und die Aufgeschlossenheit gegenüber ungewohnten Fortbildungsformaten, die z.B. größere Anteile an interaktiver Gruppenarbeit beinhalten, geringer.
Wie auch das Studium ist die Fort- und Weiterbildung berufsbezogen organisiert, was die Implementierung fächerübergreifender Veranstaltungen erschwert [15]. Die Ankündigung und Bewerbung einer Veranstaltung sowie die Zertifizierung für eine berufsbezogene Anerkennung z.B. für cme-Punkte für Ärzt*innen und Fortbildungspunkte für Apotheker*innen (AP) müssen für die unterschiedlichen Zielgruppen bedacht werden.
Aufbauend auf einem erfolgreich implementierten interprofessionellen Lehrprojekt mit Medizin- und Pharmaziestudierenden [17], mit dem bereits entsprechende berufsgruppenübergreifende Kontakte geknüpft werden konnten, entwickelten wir ein für die Zielgruppe adaptiertes Fortbildungsformat für Ärzt*innen und AP.
1.3. Interprofessionelles Handeln im Umgang mit Polypharmazie
Polypharmazie ist mit vielen negativen Outcomes assoziiert; am deutlichsten ist der Zusammenhang zwischen zusätzlichen Krankenhausaufenthalten und unangemessenen Verordnungen [18], [19]. Der Erfolg von Interventionen, die Polypharmazie adressieren und versuchen, negative Folgen zu reduzieren, ist heterogen [20]. Für interprofessionelle Ansätze gibt es Hinweise, dass Polypharmazie reduziert und Komplikationen für Patient*innen vermieden werden können [21]. Zuletzt konnte eine Versorgungsstudie in Deutschland zeigen, dass ein kooperatives Medikationsmanagement die Mortalität signifikant verringern konnte [22]. Hausärzt*innen verordnen den größten Anteil an Medikamenten im deutschen Gesundheitssystem und [23] und eine verbesserte Kooperation zwischen AP und Hausärzt*innen ist daher besonders relevant, um die Patient*innenversorgung zu verbessern,
Im Versorgungsalltag in Deutschland ist jedoch die Kooperation zwischen Allgemeinmediziner*innen und AP kaum etabliert. Studien zeigen, dass zwar durchaus eine eher positive Wahrnehmung der jeweiligen anderen Berufsgruppe besteht und Vorteile durch eine Kooperation gesehen werden, Kontakte und Kommunikation jedoch wenig stattfinden [24], [25]. Dabei zeigte eine Studie, dass ältere Ärzt*innen eine positivere Einstellung und mehr Kontakte zu AP als jüngere Ärzt*innen hatten [25]. Dies wurde dahingehend diskutiert, dass ältere praktizierende Ärzt*innen bereits mehr Kontakte knüpfen und damit ggf. positive Erfahrungen machen konnten.
1.4. Ziele des Projekts
Ziel der Fortbildung war es, Kooperation und Kontakte zwischen AP und Ärzt*innen in Weiterbildung (ÄiW) zu fördern. Es sollten insbesondere junge Ärzt*innen erreicht werden, die im Versorgungsalltag erst beginnen, Erfahrungen zur berufsgruppenübergreifenden Zusammenarbeit zu sammeln. Zielgruppe der Fortbildung waren AP und ÄiW. Über das Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin Berlin konnten gezielt jüngere Ärzt*innen für die Fortbildung angesprochen werden.
Bei einer grundsätzlich aufgeschlossenen Haltung schien es vor allem wichtig, in einer interprofessionellen Veranstaltung konkret zu zeigen, welche Vorteile eine Zusammenarbeit bringt. Lernziel der Fortbildung war es, insbesondere die Kompetenzen der anderen Berufsgruppe und ihre Rolle in der Patient*innenversorgung besser einschätzen zu können.
2. Projektbeschreibung
2.1. Lehr- und Lernmethoden
Die Fortbildung wurde entsprechend dem Kern-Zyklus entwickelt [26]. Als übergeordnetes Lernziel wurde festgelegt, die jeweiligen Kompetenzen und Rolle der jeweils anderen Berufsgruppe kennenzulernen. Um das zu vermitteln, planten wir methodisch interaktives und kollaboratives Lernen in Kleingruppen ein [27]. Dies kann im online-Setting in einer „online community of learning“ gelingen, zum Beispiel in synchronen online-Kleingruppen und indem aktive Beiträge der Lernenden gefordert und aufgegriffen werden [28], [29], [30].
Die Kleingruppenarbeit war das wichtigstes didaktisches Element des Seminars und ermöglichte einen direkten Einblick in die Kompetenzen und Perspektiven der jeweils anderen Profession [27]. Gleichzeitig bestand bei der Bearbeitung eines praxisnahen Falles ein direkter Bezug zur Patient*innenversorgung, der die Relevanz der Zusammenarbeit verdeutlichte und damit die Akzeptanz des Lernansatzes fördert [31].
Einen ersten und ergänzenden Einblick in das Wissen und das Herangehen der jeweils anderen Berufsgruppe wurde darüber hinaus in zwei kurzen Inputvorträgen vermittelt, die zentrale Wissensaspekte und Herangehensweisen der jeweiligen Berufsgruppe zum Fokusthema kurz aufgriffen. Die Veranstaltung wurde im Team-Teaching mit Dozierenden beider Berufsgruppen durchgeführt und moderiert, um die Akzeptanz bei beiden TN-Gruppen zu erhöhen und als Rollenvorbilder eine kooperative und sich ergänzende Zusammenarbeit erlebbar zu machen.
Bei der Ablaufplanung wurde berücksichtigt, dass am Anfang der Veranstaltung alle TN niedrigschwellig zu Wort kommen und sich direkt in den Kleingruppen kennenlernen können. Außerdem wurde darauf geachtet, dass im online-Format die Impulsvorträge sehr kurz gehalten wurden, Folien nur einen geringen Textanteil hatten und eine Interaktion über den Chat angeregt wurde, um die Aufmerksamkeit hoch zu halten.
Der detaillierte Ablauf ist in Tabelle 1 [Tab. 1] dargestellt.
Tabelle 1: Detaillierter Ablauf
In der Ablaufplanung wurde die technische Umsetzung mitgedacht. Durch die Tandemmoderation besteht die Möglichkeit, dass eine Person sich um technische Abläufe kümmern kann. Bereits vor dem Seminar wurden alle TN darauf hingewiesen, dass das Seminar interaktiv ist und Kamera und Mikrofon benötigt werden und eine Teilnahme am PC oder Laptop notwendig ist.
2.2. Umsetzung
Durch ein interprofessionelles Lehr- und Lernprojekt in der pharmazeutischen und medizinischen Ausbildung [17] bestand bereits Kontakt zur Apothekenkammer Berlin. Das Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin am Institut für Allgemeinmedizin der Charité Berlin organisiert weiterbildungsbegleitende Seminar für Ärzt*innen in Weiterbildung Allgemeinmedizin. Über diese beiden Organisationen wurde die Zielgruppe kontaktiert, eingeladen und erfolgte der Versand von Zugangsdaten, Handouts und Evaluation. Die Honorare der Referentinnen des Seminars wurde hälftig von beiden Organisationen übernommen. Trotz der vorbestehenden Kontakte und beiderseitigen Bereitschaft, das Seminar gemeinsam zu organisieren und durchzuführen, benötigte die Planung mit den notwendigen Absprachen von der Idee bis zur ersten Seminardurchführung ungefähr ein Jahr.
2.3. Evaluationskonzept
Die Evaluation umfasste mehrere Ebenen der Evaluationsstufen nach Kirkpatrick [32]. Zum einen wurde die Zufriedenheit der TN mit dem gewählten inhaltlichen und methodischen Vorgehen erfasst (Kirkpatrick Stufe 1 „reaction“ [33]), insbesondere, ob das berufsgruppenübergreifende Format und der hohe Anteil an interaktiver Kleingruppenarbeit als sinnvoll wahrgenommen wurden. Diese Aspekte wurden mit einem selbstentwickelten Fragebogen direkt nach dem Seminar erfragt. Zum anderen wollten wir Effekte auf die Einstellung und den Berufsalltag der TN (Kirkpatrick Stufe 2 und 3, „learning“ und „behaviour“ [34], [35]) erheben und untersuchen, ob sich die Wahrnehmung der jeweils anderen Berufsgruppe und die interprofessionellen Kontakte im Berufsalltag durch das Seminar verändert haben. Dazu wurde eine erneute Evaluation nach vier Wochen versandt. Beide Fragebögen enthielten Fragen mit einer sechsstufigen Likert-Skala und ergänzende Freitextfelder.
3. Ergebnisse
3.1. Teilnehmende
Es wurden in den Jahren 2023 und 2024 insgesamt drei Seminare mit den Themenschwerpunkten Depression, chronische Schmerzen und Antibiotikatherapie durchgeführt. Bei den zu bearbeitenden Fallbeispielen handelte es sich jeweils um Patient*innen mit mehreren Vorerkrankungen und Vormedikationen, so dass neben den Themenschwerpunkten inhaltlich auch andere Erkrankungen und Medikamente mitzudiskutieren waren. Alle drei Seminare waren zügig für beide Zielgruppen ausgebucht, angestrebt wurde eine zahlenmäßig ausgeglichene Teilnahme beider Berufsgruppen. Bei allen Terminen nahm ein relativ hoher Anteil (maximal ca. 30%) der Angemeldeten letztendlich nicht am Seminar teil.
Insgesamt nahmen an den drei Terminen 48 AP und 58 ÄiW teil. Theoretisch war es möglich, dass TN auch an mehreren Seminaren teilgenommen hatten, da eine erneute Anmeldung grundsätzlich möglich war und wir nicht erfragt haben, ob die TN bereits an einem der interprofessionellen Seminare teilgenommen hatten. Im letzten Seminar wurde dies zu Beginn im Rahmen der Begrüßung erfragt, dabei meldeten sich nur zwei TN. Alle Seminare wurden von den gleichen beiden Referentinnen durchgeführt (NZ, SGB), bei einem Seminar wurden die Referentinnen für technische Aspekte von einer Co-Moderation unterstützt.
3.2. Evaluation
57 der insgesamt 106 TN evaluierten das Seminar direkt im Anschluss an die Veranstaltung (Rücklauf 54%). Ein Großteil der Evaluierenden würden das Seminar weiterempfehlen und alle schätzten die interprofessionelle Ausrichtung als hilfreich ein. Die meisten fanden auch den Informationsgehalt angemessen und schätzten die Möglichkeiten zur Diskussion als ausreichend ein (siehe Abbildung 1 [Abb. 1]).
Abbildung 1: Evaluation nach dem Seminar: Zufriedenheit mit interprofessioneller Ausrichtung und Methoden
In Freitexten (siehe Tabelle 2 [Tab. 2]) wurden besonders der Austausch mit der anderen Berufsgruppe und die gemeinsame Fallbearbeitung als positiv benannt (n=11). Einzelne TN hätten sich mehr Informationen und mehr Input (n=3), andere noch mehr Diskussionszeit gewünscht (n=4). Kritisch wurden von einigen technische Probleme der Umsetzung benannt (n=3).
Tabelle 2: Beispiele für Freitextkommentare
An einer erneuten Evaluation nach vier Wochen im Berufsalltag nahmen noch 34 TN teil (Rücklauf 32%). Die Mehrheit gab an, die Kompetenzen der anderen Berufsgruppe besser beurteilen zu können, aber nur weniger als die Hälfte stimmten zu, dass sich der Kontakt zur anderen Berufsgruppe deutlich verbessert hat (siehe Abbildung 2 [Abb. 2]).
Abbildung 2: Evaluation nach 4 Wochen: Wahrnehmung der anderen Berufsgruppen und Kontakt im Berufsalltag
In den Freitexten (siehe auch Tabelle 3 [Tab. 3]) wurde zum einen der Kontakt zur anderen Berufsgruppe erläutert (n=3) bzw. andere Folgen der Fortbildung für den Berufsalltag beschrieben (n=2).
Tabelle 3: Freitexte zum Kontakt zur anderen Berufsgruppe
4. Diskussion
4.1. Zusammenfassung
Die Ergebnisse der Evaluation zeigen eine hohe Zufriedenheit der TN mit dem Fortbildungsformat, insbesondere auch mit dem methodischen Herangehen, der Fokussierung auf kooperative und aktive Lernmethoden und der interprofessionellen Ausrichtung. Während der größte Teil den Austausch mit der anderen Berufsgruppe als positiv und bereichernd wahrnimmt, äußerten einige den Wunsch nach mehr Informationsvermittlung und Vortraganteilen. Einige TN hatten technische Schwierigkeiten.
Im Berufsalltag gaben die TN eine verbesserte Wahrnehmung der Kompetenzen der jeweils anderen Berufsgruppe an, die Auswirkungen auf die Kontaktgestaltung in der Versorgung sind jedoch heterogen.
4.2. Vergleich mit der Literatur
Die verbesserte Wahrnehmung der Kompetenz der jeweils anderen Berufsgruppe zeigt, dass die kooperative Fallbearbeitung eine Methode ist, die auch bei begrenzter Intensität und einer einzelnen Veranstaltung zu Veränderungen führen kann. Dies entspricht sowohl allgemeinen Annahmen zur Effektivität aktiven und kooperativen Lernens [36], als auch methodischen Empfehlungen [4], [27] und Studien zur interprofessionellen Lehre [31]. Obwohl die Empfehlungen bzw. Ergebnisse sich auf die medizinische Ausbildung fokussieren, können sie vermutlich auf die Fort- und Weiterbildung übertragen werden. Neben aktivierenden und kooperativen Methoden ist auch Patient*innenorientierung und der Fallbezug hilfreich für effektive Lernveranstaltungen. Dies wurde sowohl in der Ausbildung [31] als auch in der Weiterbildung [37] beobachtet.
Technische Schwierigkeiten sind bei einzelnen TN aufgetreten und die online-Moderation der Fallarbeit war technisch und methodisch herausfordernd. Dies wurde auch in vergleichbaren Projekten beschrieben. Eine online-Umsetzung von interprofessionellen Veranstaltungen wird dennoch grundsätzlich für machbar und sinnvoll gehalten, auch wenn sie besondere Moderation und eine angepasste methodische Ausrichtung benötigt [29], [30], [38]. Daher wird für eine gelingende Moderation einer interprofessionellen online-Veranstaltung eine besonders gute Vorbereitung und methodische Kompetenz gefordert [30], [38], [39], was auch unserem Eindruck bei der Umsetzung entspricht. Gerade bei berufsgruppenübergreifenden Veranstaltungen bietet eine virtuelle Veranstaltung die Möglichkeit der niedrigschwelligen Teilnahme für alle Berufsgruppen [28], [40], [41], [42]. Ein wichtiger Aspekt bei der Planung von Veranstaltungen für mehrere Berufsgruppen ist die Auswahl der Veranstaltungsorte und Zeitpunkte, die berücksichtigt, dass alle TN sich gleichermaßen wohlfühlen [27]. Dabei wurde beschrieben, dass das online-Setting eine persönliche Begegnung erleichtern kann, weil Berufsgrenzen und Hierarchien weniger wahrgenommen werden [28]. Eine online-Veranstaltung ist dabei am ehesten ein Ort, der allen Anwesenden gleichermaßen vertraut ist und nicht z.B. die etablierte Fortbildungsräumlichkeit der einen oder anderen Profession darstellt. Allerdings können auch hier bereits durch die Nutzung einer z.B. für die eine Berufsgruppe bereits etablierten und die andere eher unbekannten Videokonferenzsoftware schon unterschiedliche Voraussetzungen resultieren. Dass interprofessionelles Lernen auch im online Setting wirksam ist, wurde bei verschiedenen Professionen und in unterschiedlichen Formaten gezeigt [40], [41], [43], [44], [45]. Durch die bestehenden Vorteile erscheint es sinnvoll, die Herausforderungen der online-Umsetzung zu adressieren und damit die Option zu schaffen, niedrigschwellig und barrierearm interprofessionelle Lernmöglichkeiten zu schaffen [41], [42], [46].
4.3. Limitationen
Limitierend muss berücksichtigt werden, dass vermutlich an dem freiwilligen Seminarangebot Personen teilgenommen haben, die der berufsgruppenübergreifenden Zusammenarbeit gegenüber aufgeschlossener sind und es ist nicht auszuschließen, dass einzelne TN auch mehrfach teilgenommen haben. Nur etwas mehr als die Hälfte der TN hat die Veranstaltung direkt nach dem Seminar evaluiert hat und nur noch ca. ein Drittel nach vier Wochen. Insbesondere die Aussagen zu den Auswirkungen der Fortbildung im Berufsalltag sind daher mit Unsicherheit behaftet. Bei Veränderungen des Verhaltens im Berufsalltag ist zudem schwer zu definieren, in welcher Form die Fortbildung allein gewirkt hat, da zahlreiche andere Faktoren das Verhalten beeinflussen können. Zur gezielteren Untersuchung einer Verhaltensänderung wären daher vergleichende Studien wünschenswert. Die Untersuchung des Lerneffekts basiert nur auf den subjektiven Angaben und es erfolgte keine objektive Vorher-Nachher Testung.
4.4. Erreichte Projektziele und persistierende Probleme
Mit den interprofessionellen fallbasierten Fortbildungen konnten wir ein Format etablieren, dass niedrigschwellig angeboten und sehr gut nachgefragt und angenommen wurde. Alle angebotenen Veranstaltungen waren für beide Berufsgruppen jeweils ausgebucht. Obwohl fallbasierte Veranstaltungen mit einem kleinen Informationsvermittlungsanteil für die TN nicht dem gewohnten Fortbildungsformat entsprach, war die Zufriedenheit mit dem gewählten methodischen Vorgehen hoch und die berufsgruppenübergreifende Fallarbeit wurde ganz überwiegend sehr positiv wahrgenommen. Einzelne TN waren mit den geringen Vortrags- und Informationsanteil unzufrieden bzw. überrascht. Auch wenn bei der Ankündigung der Veranstaltung bereits über das interaktive Format klar informiert wird, könnte möglicherweise noch klarer formuliert werden, dass es sich um keine klassische Vortragveranstaltung handelt und aktive Beiträge vorgesehen sind. Ebenso scheint eine weitere Verbesserung der technischen Abläufe sinnvoll zu sein. Im Verlauf haben wir bereits eine zusätzliche Person zur technischen Moderation im Team ergänzt. Weitere Möglichkeiten wie z.B. ein früherer Start mit technischem Check-in und keinem Einlass für Spätkommende oder ein Wechsel der Webinar-Plattform könnten erprobt werden.
Ob sich eine Verbesserung der Kontakte zwischen den Berufsgruppen im Berufsalltag ergeben kann, bleibt unklar. Einzelne Freitextergebnisse weisen darauf hin, dass Kontextfaktoren einer Veränderung im Wege stehen können. Es ist gut vorstellbar, dass eine einzelne teilnehmende Person, die durch die Fortbildung eine veränderte Wahrnehmung oder Haltung entwickelt hat, in einem ansonsten unveränderten Berufsumfeld nur begrenzte Handlungsspielräume hat. Die Umsetzung der Handlungsveränderungen im Berufsalltag könnte im berufsgruppenübergreifenden Austausch konkret im Rahmen der Veranstaltung thematisiert und Lösungen für bestehende Hürden diskutiert und kollaborativ erarbeitet werden. Der Transfer könnte außerdem direkter gelingen, wenn Fortbildungsmaßnahmen die lokal kooperierenden Handelnden in Kontakt bringen, z.B. in einem lokalen interprofessionellen Qualitätszirkel. Hier könnten auch Präsenzveranstaltungen mit weniger Hürden umsetzbar sein. Eine flächendeckende Implementierung solcher Formate wäre jedoch aufwändig und stößt in der Umsetzung auch zum Teil auf berufspolitische Vorbehalte. Die Wirksamkeit einer Fortbildungsmaßnahme allein wird daher regelhaft limitiert sein, solange Strukturen in der beruflichen Praxis unverändert bestehen.
5. Schlussfolgerungen und Weiterführung des Projektes
Zusammenfassend zeigt sich, dass das methodische Herangehen mit fallbasiertem, interaktivem interprofessionellem Lernen im Kontext von Fort- und Weiterbildung umsetzbar ist und von den TN positiv bewertet wird. Eine veränderte Wahrnehmung der Kompetenzen der anderen Berufsgruppe kann dabei auch bereits durch eine einzelne Veranstaltung erreicht werden. Auswirkungen auf Kontakte zwischen den Berufsgruppen und eine verbesserte Kooperation im Versorgungsalltag sind schwerer zu beeinflussen, da sie in ansonsten unveränderten Strukturen stattfinden. Andere Fortbildungsformate, die Personen, die auch in der Versorgung bereits zusammenarbeiten, in Kontakt bringen und gemeinsame Lernmöglichkeiten schaffen, können hier gezielter einwirken, sind aber auch aufwändiger umzusetzen und erreichen zielgerichtet kleinere Gruppen. Daher erscheint es sinnvoll, auf verschiedenen Ebenen anzusetzen. Das entwickelte Format soll daher aktuell weiter fortgesetzt und durch weitere Angebote ergänzt werden.
Danksagung
Dank an Alexandra Blehe (Apothekerkammer Berlin) und Daniela Nickel sowie Kahina Toutaoui (Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin Berlin) für die Organisation der Veranstaltungen, die regelhaft einen deutlich höheren Aufwand mit sich bringen als vergleichbare monoprofessionelle Veranstaltungen und ohne deren Bereitschaft, das zu ermöglichen, das Projekt nicht umgesetzt werden könnte.
ORCIDs der Autorinnen
- Sabine Gehrke-Beck: [0000-0002-6221-2813]
- Nicole Zimmermann: [0009-0002-3157-814X]
- Ulrike Sonntag: [0000-0001-9576-2734]
Interessenkonflikt
Die Autor*innen erklären, dass sie keinen Interessenkonflikt im Zusammenhang mit diesem Artikel haben.
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