[Etablierung eines interdisziplinären Curriculums in der zahnärztlichen Kernkompetenz „dentale Traumatologie“]
Derk Peters 1Marius Crome 1
Kirstin Vach 1
Ingmar Staufenbiel 1
Alexander Rahman 1
1 Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Präventivzahnmedizin, Hannover, Deutschland
Zusammenfassung
Zielsetzung: Der Gesetzgeber hat mit der Verordnung zur Neuregelung der zahnärztlichen Ausbildung das Studium der Zahnmedizin neustrukturiert und fordert u. a. eine Stärkung der fächerübergreifenden Ausbildung. Diese Forderung war Grundlage für die Entwicklung eines interdisziplinären Curriculums, bei dem das Thema „Dentale Traumatologie“ fächerübergreifend vermittelt werden sollte. Es wurde untersucht, ob ein messbarer Lernzuwachs erzielt werden konnte.
Methodik: Das neu gestaltete Curriculum wurde auf Grundlage des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs Zahnmedizin erstellt und fand im Sommersemester 2021 statt. Aufgrund der COVID-19-Pandemie musste das Lehrmodul stark modifiziert werden. Um den Lernzuwachs der Studierenden zu ermitteln, wurde ein Prüfungsbogen vor (T0) und nach (T1) der Veranstaltung online ausgefüllt. Der Prüfungsbogen umfasste reine Wissensfragen und (UV) Fragen zu zwei Fallvignetten.
Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigten einen signifikanten Lernzuwachs bei den Wissensfragen (p<0,05). Bei den Fallvignetten zeigte sich ein heterogenes Bild. Bei der Fallvignette V1 konnte bei Studierenden des achten (p=0,027) und des zehnten (p=0,022), nicht jedoch des sechsten Semesters (p=0,323) ein signifikanter Lernzuwachs erzielt werden. Bei der Fallvignette V2 zeigte sich ein signifikanter Lernzuwachs beim sechsten (p=0,011) und beim zehnten (p=0,003), nicht jedoch beim achten Semester (p=0,298). Die Studierenden evaluierten das neu entwickelte Curriculum mit der Note „gut“.
Schlussfolgerung: Das interdisziplinäre Curriculum führte zu einem Lernzuwachs bei den Studierenden. Allerdings zeigen die heterogenen Ergebnisse der Fallvignetten, dass auch interdisziplinär gestaltete Frontalveranstaltungen wenig effizient bei dem Kompetenzerwerb „Transferdenken“ sind. Dennoch sollten interdisziplinäre Lehrformate die zahnmedizinische Lehre der Zukunft prägen, aber durch interaktive Elemente ergänzt werden.
Schlüsselwörter
Zahntraum, interdisziplinäre Lehre, Lernzuwachs, NKLZ, Evaluation
1. Einleitung
Am 7. Juni 2019 wurde im deutschen Bundestag eine neue Zahnärztliche Approbationsordnung (ZApprO) verabschiedet, die eine vollständige Umstrukturierung und Neuausrichtung des Studiengangs Zahnmedizin fordert. Medizinische Aspekte, Zahnärztliche Prävention und Interdisziplinarität sollen gestärkt werden [7]. Bisher werden zahnmedizinische Unterrichtsinhalte gemäß der noch gültigen Approbationsordnung (ZÄPrO von 1955) überwiegend in herkömmlichen Curricula ohne interdisziplinäres Konzept vermittelt. So wurden am Beispiel der dentalen Traumatologie chirurgische Aspekte im sechsten Semester, konservierende und orthodontische Aspekte im siebten und prothetische Aspekte im achten Semester vermittelt. Diese traditionelle Fächertrennung führte häufig zu unnötigen Wiederholungen, aber auch zu einer fehlenden bzw. erschwerten Verknüpfung von Wissensinhalten unterschiedlicher Disziplinen. Eine inhaltliche Abstimmung fand in den meisten Fakultäten bzw. Universitäten nicht statt [35]. Es war bisher auch noch kein Gegenstandskatalog in der Zahnmedizin vorhanden. Die Lerninhalte wurden daher oft auf Ordinarienebene vorgegeben [12]. Ein Thema wurde dabei aus der Sicht der einzelnen Fächer besprochen. Erst durch das Zusammenfügen verschiedener theoretischer und klinischer Inhalte kann eine sinnvolle Diagnose und Therapieplanung erstellt werden, was letztlich auch zu einer Verbesserung der Patientenversorgung beiträgt. In einer Untersuchung von Gräsel und Mandl konnte gezeigt werden, dass ein Großteil der Studierenden zu Beginn des klinischen Studienabschnittes bei der Diagnosefindung auf reines Sammeln von Daten zurückgriff. Die Studierenden waren nicht in der Lage, anhand der erhobenen Befunde Hypothesen zu bilden, diese in eine Beziehung zu setzen und mögliche Diagnosen zu erstellen [14], [21], [31]. Ziel eines interdisziplinären Lehrkonzeptes sollte dabei sein, die Studierenden aus der passiven Konsumierendenrolle zu holen und zum aktiven Mitgestalten der Lehre anzuregen. Hindernisse für diese Konzepte sind oft verschulte und festgelegte Unterrichtspläne. Das Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde zur Perspektive der Zahnmedizin 2030 steht hingegen unter dem Leitsatz „EGNEZ: Es gibt nur EINE Zahnmedizin“ und unterstützt demnach die interdisziplinäre Neuausrichtung der Zahnmedizin [13].
1.1. Frontzahntraumata
Das Frontzahntrauma stellt ein häufiges Problem im zahnärztlichen Notdienst dar. Nahezu jedes zweite Kind ist im Laufe seines Lebens betroffen, manche auch mehrfach [5], [16], [19], [33]. Während im Milchzahngebiss die Zahnkeime der bleibenden Dentition verletzt werden können, sind die Auswirkungen im bleibenden Gebiss ungleich schwerwiegender und folgenreicher. So kann es durch die direkte Transmission kinetischer Energie auf die Zähne zu Frakturen und Dislokationen kommen, die die Betroffenen langfristig vor nicht unerhebliche funktionelle und/oder ästhetische Probleme stellen können [1]. Obwohl Leitlinien evidenzbasierte Handlungsempfehlungen zu den immens wichtigen Maßnahmen der Initialbehandlung vorgeben, ist die Kenntnis dieser in der breiten Zahnärzteschaft als ungenügend einzuschätzen [22], [24], [34], [36]. Die Erfolgschance, dass beispielsweise ein avulsierter Zahn langfristig erhalten werden kann, wird bestimmt durch das Ausmaß der Schädigung des parodontalen Ligaments (PDL) und der bakteriellen Kontamination der Wunde [3]. Die Maßnahmen der Personen am Unfallort haben demnach auch maßgeblichen Einfluss auf den langfristigen Therapieerfolg [23]. Durch eine leitliniengerechte, verletzungsspezifische Erstversorgung durch die behandelnde Zahnärztin bzw. den behandelnden Zahnarzt kann der verursachte Schaden so klein wie möglich gehalten und die traumatisierten Zähne in den meisten Fällen langfristig erhalten werden [9]. Bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum besteht bei vielen Dislokationsverletzungen noch eine Aussicht auf eine Revaskularisierung der Pulpa [2]. Ein guter Kenntnisstand der Zahnärztin bzw. des Zahnarztes auf diesem Fachgebiet ist folglich unabdingbar für eine optimale Versorgung von dentalen Traumata.
1.2. Bedarfsanalyse
Im Rahmen einer Bedarfsanalyse [20] wurde das Examenssemester des Jahrgangs 2020 befragt. Das Fazit dieser Befragung zeigte ein großes Interesse an der Verknüpfung interdisziplinärer Fälle in der klinischen Ausbildung. Aus diesem Grund wurde das hier vorgestellte interdisziplinäre Curriculum „Dentale Traumatologie“ als Vorreiter für zukünftige interdisziplinäre Curricula entwickelt. Mit dieser Maßnahme sollte durch Einbezug aller zahnmedizinischen Fachdisziplinen ein solides Wissensfundament gelegt werden.
Mit der ursprünglichen Zielsetzung der Studie sollte der Einfluss von zusätzlichem praxisorientiertem Kleingruppenunterricht auf den Lernzuwachs untersucht werden. Durch die Pandemiebeschränkungen konnte kein Kleingruppenunterricht durchgeführt werden. Aus diesem Grund musste die Fragestellung modifiziert werden. Ziel der vorliegenden Studie war es, den Lernzuwachs unter Berücksichtigung des Fachsemesters im neu entwickelten interdisziplinären Curriculum zu ermitteln.
2. Methoden
Das Studienvorhaben wurde von der zuständigen Ethikkommission der Medizinischen Hochschule (Nr.9297_BO_K_2020) bewilligt. Der Themenkomplex „dentale Traumatologie“ wurde aus der Perspektive von fünf verschiedenen Kliniken (Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG), Klinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Präventivzahnmedizin (ZKO), Klinik für Zahnärztliche Prothetik (ZPW), Klinik für Kieferorthopädie (ZOR) und ein Institut für Pharmakologie) dargestellt. Damit alle Lehrverantwortlichen bei der objektiven Entscheidungsfindung der Lehrinhalte und der Lernziele eingebunden wurden, wurde eine Matrixanalyse erstellt [8].
Auf der Grundlage der Matrixanalyse wurde ein Blueprint sowie ein Gantt-Chart für die zeitliche Planung festgelegt. Um die Studierenden aktiv an der Erarbeitung der Lernziele zu beteiligen, wurden auch Studierende in die Arbeitsgruppe integriert. In der Hauptphase wurden innerhalb der Arbeitsgruppe „dentale Traumatologie“ die Lernziele formuliert. Anhand der generierten Lernziele wurden die Präsentationen der jeweiligen Klinik erstellt, welche den Studierenden zu Beginn der „Trauma-Woche“ auf der Lernplattform ILIAS (Integriertes Lern-, Informations- und Arbeitskooperations-System: Peter L. Reichertz Institut, MHH) zur Verfügung gestellt wurden. In den folgenden Team-Sitzungen stellte jedes dozierende Mitglied der Arbeitsgruppe ihre bzw. seine Präsentation vor, damit inhaltliche Redundanzen vermieden wurden. Anschließend wurden die Patientinnen- bzw. Patientenfälle ausgewählt und die Lerninhalte mit den Mitgliedern der einzelnen Fachdisziplinen abgesprochen.
Bei der entstandenen, synoptisch aufeinander aufbauenden fünfteiligen Vorlesungsreihe erhielt somit jede der fünf oben aufgeführten Kliniken jeweils einen Zeitrahmen von 45 Minuten, wobei sich die Vorlesungen an den ausgewählten Patientinnen- bzw. Patientenfällen orientierten. Zunächst ging die Klinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Präventivzahnmedizin auf allgemeine Aspekte wie Definition, Ätiologie, Epidemiologie, Diagnostik und Einteilung nach Verletzungsart ein und setzte dann den Fokus in der Therapie und Nachsorge auf konservierende und endodontische Maßnahmen zum Zahnerhalt. Dahingegen vermittelte die Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie die Diagnostik von Schädel-Hirn-Trauma, Sofortversorgung von Begleitverletzungen, Entfernung von Zähnen und Fragmenten, Schienung von gelockerten Zähnen mittels Titan-Trauma-Splints (TTS) sowie implantologische Konzepte zur Rehabilitation nach traumatischem Zahnverlust. Sofortmaßnahmen zur prothetischen Versorgung von frakturierten Zähnen oder Zahnverlust, die langfristige prothetische Versorgung nach Zahnverlust und ästhetische Aspekte in der Frontzahnregion wurden im Rahmen der Prothetik besprochen, während die Kieferorthopädie mittel- und langfristige kieferorthopädische Konzepte zur Behandlung nach Frontzahnverlust zum Inhalt machte. Die Pharmakologie referierte zur Lokalanästhesie bei Sofortbehandlung der Verletzungen, Schmerzmedikation und zum Einsatz von Antibiotika insbesondere bei Replantation von avulsierten Zähnen. Der praktische Bezug wurde im Rahmen der klinischen Fälle hergestellt, sodass alle in Frage kommenden Maßnahmen für die ausgewählten Patientinnen- und Patientenfälle sowie deren Vor- und Nachteile erörtert wurden. Die Veranstaltungen fanden im Rahmen der Vorlesung „Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten practicando bzw. auscultando“ für Studierende des sechsten, achten und zehnten Fachsemesters gleichzeitig statt.
Im Vorfeld wurde ein Prüfungsbogen mit zwei Fallvignetten mit Avulsionen im Milchgebiss (V1) und in der bleibenden Dentition (V2) entworfen sowie 18 Multiple-Choice-Fragen, die nach der Miller-Pyramide das Faktenwissen (FaWi) zum Frontzahntraumata prüften [29], erstellt. Die Aspekte der Epidemiologie, der Diagnostik, der Therapie und der Pharmakologie zum Frontzahntrauma wurden auf der Basis der aktuellen Literatur und des National Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs Zahnmedizin ([http://www.nklz.de/kataloge/nklz/lernziel/uebersicht], Zugriff 10.03.2025) erstellt. Der Prüfungsbogen wurde im Vorfeld von wissenschaftlichen Mitarbeitenden des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde validiert. Alle Studierenden des sechsten, achten und zehnten Fachsemesters wurden gebeten, vor (T0) und nach (T1) der UV den Prüfungsbogen online zu bearbeiten, um den Lernzuwachs messen zu können. Bei der Bewertung des Wissensstandes wurde als Globalparameter ein Gesamtpunktwert (Min: 0 – Max: 152) anhand der richtigen Antworten über alle Kategorien gebildet. Zudem wurden Fragen zu zwei Fallvignetten gestellt. Bei der Fallvignette 1 konnten maximal 24 Punkte, bei der Fallvignette 2 maximal 30 Punkte erreicht werden. In der Summe ergab sich demnach eine Maximalpunktzahl von 206 Punkten. Die Berechnung des Lernzuwachs ergab sich aus der Punktedifferenz zwischen der Befragung zum Zeitpunkt T0 und T1. Ein weiterer Aspekt nach dem gefragt wurde, war die subjektive Selbsteinschätzung zum Kenntnisstand der dentalen Traumatologie vor und nach der Teilnahme am Curriculum. Zum zweiten Befragungszeitpunkt (T1) wurde zudem ein Evaluationsbogen ergänzt (siehe Abbildung 1 [Abb. 1]). Hier erfolgte die Bewertung des Curriculums nach Oberstufenpunkten (0 bis 15 Punkte). Damit die Angaben von den Fragebögen T0 und T1 dem bzw. der jeweiligen Studierenden zugeordnet werden konnten, wurden die Fragebögen unter Angabe des Anfangsbuchstaben des Vaters und der Mutter, dem Anfangsbuchstaben des Geburtsortes und dem Tag des eigenen Geburtstages kodiert.
Abbildung 1: Chronologische Abfolge des neu entwickelten Lehrmoduls
Die originäre Planung des Lehrmoduls sah vor, die Studierenden zu Beginn des Semesters randomisiert einer Studien- oder Kontrollgruppe zuzuweisen. Den Studierenden der Kontrollgruppe sollten die interdisziplinären Vorlesungsinhalte vermittelt werden, wohingegen in der Studiengruppe zusätzlich ein Kleingruppenunterricht in Seminargröße mit Hands-On-Übungen geplant war. Dieser praktische Unterricht sollte ein simuliertes Anamnesegespräch, eine systematische Befunderhebung über den Befundbogen Zahntrauma der Deutschen Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie (DGET), die praktische Durchführung einer Pulpotomie an einem frakturierten Frontzahn mit anschließender adhäsiver Versorgung und das Repositionieren von einem dislozierten Zahn mit Hilfe eines TTS umfassen. Der Lernerfolg sollte in der Studiengruppe zusätzlich mit einer OSCE-Prüfung (objective structured clinical examination) am Semesterende überprüft werden [17].
Aufgrund der Kontakt- und Besuchsverbote im Sinne des „Social Distancing“ während der COVID-19-Pandemie war es nicht möglich, diesen Kleingruppenunterricht durchzuführen [32], so dass das neu entwickelte Lehrmodul als interdisziplinäre, onlinebasierte Frontalveranstaltung abgehalten werden musste.
2.1. Statistische Analyse
Die statistische Auswertung der erhobenen Daten erfolgte mit dem Statistikprogramm STATA (Version 17.0; College Station, TX, USA). Für die deskriptive Analyse wurden die Mittelwerte und Standardabweichungen ermittelt. Unter Verwendung des gepaarten t-Tests wurde der Lernerfolg von T0 zu T1 für jedes Semester untersucht. Eine einfaktorielle ANOVA wurde genutzt, um sowohl die Startwerte als auch die Änderungen zwischen den drei Semestern zu vergleichen. Bei anschließenden paarweisen Vergleichen wurde nach der Methode von Scheffe‘ für das multiple Testen korrigiert. Das Signifikanzniveau wurde auf 5% festgelegt.
3. Ergebnisse
Insgesamt wurden 231 Studierende des sechsten, achten und zehnten Fachsemesters der Medizinischen Hochschule Hannover zur Teilnahme an der Lehrstudie eingeladen. 149 Prüfungsbögen wurden abgegeben. Davon konnten 53 Fragebögen aufgrund fehlender Angaben (z. B. nicht geantwortet, nur einmalige Teilnahme am Prüfungsbogen) nicht ausgewertet werden. Die Gesamtrücklaufquote betrug somit 41,6% (96/231). Davon konnten aus dem sechsten Semester 42 (von 88), aus dem achten Semester 29 (von 70) und aus dem zehnten Semester 25 (von 73) Prüfungsbögen eingeschlossen werden. Die Stichprobe setzte sich aus 65 (68%) weiblichen und 31 (32%) männlichen Studierenden zusammen. Das Durchschnittsalter betrug 24,1±3,2 Jahre.
Bei der ersten Befragung vor dem Curriculum wurden Unterschiede zwischen den Semestern beobachtet. Beim Faktenwissen schnitten die Studierenden des sechsten Semesters mit 98,0±9.0 von 152 möglichen Punkten signifikant schlechter ab (jeweils p<0,001) als die Studierenden des achten (111,9±8,9 Punkte) und des zehnten Semesters (118,0±9,7 Punkte).
Bei der Fallvignette V1 erreichten die Studierenden des sechsten Semesters vor dem Curriculum signifikant weniger Punkte (15,8±3,0 Punkte; p=0,001) als die Studierenden des achten (18,5±2,6 Punkte) und zehnten Semesters (18,8±3 Punkte) (siehe Tabelle 1 [Tab. 1]). Bei der Fallvignette V2 konnte nur ein signifikanter Unterschied (p=0,018) zwischen dem sechsten (18,4±2,7 Punkte) und zehnten Semester (20,4±2,9 Punkte) nachgewiesen werden.
Tabelle 1: Mittelwerte±Standardabweichungen für die Fallvignetten V1, V2 und das Faktenwissen für die Zeitpunkte vor Intervention (T0) und nach Intervention T1), Mittelwertvergleich zwischen T0 und T1 innerhalb eines Semesters (gepaarter T-Test).
In allen drei klinischen Semestern konnte beim Faktenwissen ein signifikanter Lernzuwachs verzeichnet werden (jeweils p=0,0001) (siehe Abbildung 2 [Abb. 2]). Es gab keine Unterschiede zwischen den einzelnen Semestern (p=0,369) und zwischen den Geschlechtern.
Abbildung 2: Differenz der Gesamtpunktzahl (T1-T0) für die beiden Fallvignetten und das Faktenwissen aufgeteilt nach Semester dargestellt als Boxplots. 
Bei der Fallvignette V1 konnte bei Studierenden des achten (p=0,027) und des zehnten Semesters (p=0,022), nicht jedoch bei den Studierenden des sechsten Semesters (p=0,323) ein signifikanter Lernzuwachs erzielt werden (siehe Tabelle 1 [Tab. 1]). Es konnte kein signifikanter Unterschied zwischen den einzelnen Semestern beobachtet werden (p=0,203). Bei der Fallvignette V2 zeigte sich ein signifikanter Lernzuwachs beim sechsten (p=0,011) und beim zehnten Semester (p=0,003), nicht jedoch beim achten Semester (p=0,298). Auch hier konnte kein signifikanter Unterschied zwischen den Semestern nachgewiesen werden (p=0,256).
Zudem wurde nach der Selbsteinschätzung zum Kenntnisstand vor und nach der Teilnahme gefragt (siehe Tabelle 1 [Tab. 1]). Hier zeigte sich für Studierende aller Semester eine signifikant bessere Selbsteinschätzung zu T1 verglichen zu T0 (p=0,001). In der Bewertung durch die Studierenden nach Oberstufenpunkten wurde das Curriculum „Dentale Traumatologie“ mit 12,9±1,64 Punkten bewertet.
4. Diskussion
Der mögliche Verlust eines Frontzahnes bedeutet für die meist noch jungen Patientinnen und Patienten nicht nur ästhetische und funktionelle Einbußen, sondern kann auch psychologische Folgen haben und einen finanziellen Aufwand nach sich ziehen [6]. Deshalb ist es vor allem bei diesen Patientinnen und Patienten das Ziel, einen traumatisierten Zahn (z. B. avulsierten Zahn) langfristig oder so lange zu erhalten, bis z.B. eine implantologische Rehabilitation möglich ist. Ein guter Kenntnisstand der Zahnärztin bzw. des Zahnarztes ist dabei unabdingbar für eine optimale Erstversorgung. Die aktuelle Literatur hat gezeigt, dass ein grundlegendes Wissen zum dentalen Trauma in der Zahnärzteschaft nicht ausreichend vorhanden ist [22], [34]. Daher war das Ziel dieser Studie, den Lernzuwachs zum Thema „Frontzahntraumata“ bei Studierenden der klinischen Semester vor und nach der Durchführung eines neu entwickelten interdisziplinären Curriculums zu ermitteln. In der statistischen Auswertung konnte gezeigt werden, dass ein signifikanter Zuwachs beim Faktenwissen feststellbar war. Es ist bekannt, dass Studierende durch ihre Lernmentalität gewohnt sind, Fakten zu lernen. Die Herausforderung stellt sich vielmehr mit der Anwendung des Faktenwissens auf eine klinische Situation. Die Studierenden müssen die Kenntnisse auch in die klinische Praxis transferieren können [11], [26], [28]. Zudem sollten sie ihre klinischen Handlungsweisen erklären und begründen können. Dieser klinische Kompetenzlevel (Handlungskompetenz) wird auch im Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Zahnmedizin (NKLZ) von den Absolventinnen und Absolventen gefordert ([http://www.nklz.de/kataloge/nklz/lernziel/uebersicht], Zugriff 10.03.2025). Daher wurde bei den Präsentationen der einzelnen Kliniken Wert darauf gelegt, dass größtenteils klinische Fälle zum Thema „Frontzahntraumata“ präsentiert wurden, da das fallbasierte Lernen in der Literatur als erfolgsversprechend für die klinische Ausbildung beschrieben wird [15]. Dies spiegelte sich jedoch nur teilweise in den Ergebnissen der beiden klinischen Fallvignetten wieder. Hier zeigte sich eine heterogene Datenlage. Bei der ersten Fallvignette (V1) konnte ein signifikanter Lernerfolg bei dem achten und zehnten Semester beobachtet werden, nicht jedoch bei dem sechsten. Eine Erklärung hierfür könnte eine unterschiedliche Vorbildung sein. Die Studierenden des achten und zehnten Semesters haben im Gegensatz zu den Studierenden des sechsten Semesters bereits Vorlesungen zum Thema Dentale Traumatologie gehört. Zudem waren die Fallvignetten komplex und mit vielen Fragestellungen gestaltet, so dass die Studierenden möglicherweise Schwierigkeiten hatten, ihre Konzentration über längere Zeit zu halten [18], [30]. Darüber hinaus ist es denkbar, dass aufgrund einer fehlenden Benotung, die Motivation der Studierenden die komplexen Fallvignetten mit der entsprechenden Sorgfalt zu bearbeiten, niedrig war [27]. Die zum Teil große Standardabweichung beim Lernerfolg der Studierenden könnten ein Indiz dafür sein, dass das Wissen der Studierenden sowie ihre Methodik beim Lernen zum Teil sehr differierten. Ein weiterer Ansatz, der in der Literatur zum Thema Transferdenken diskutiert wird, ist eine fehlende Problemlösungskompetenz, die mit bereits vorhandenem Faktenwissen nicht kompensiert werden kann [10]. Es ist zwingend erforderlich den Studierenden neben dem Faktenwissen ausreichend Handlungskompetenzen zu vermitteln. Dieser Punkt ist entscheidend für die Einordnung eines klinischen Falls und der späteren Therapieentscheidung [4]. Bedauerlicherweise wurde kurz vor Beginn der Studie, eine Verlängerung der Kontakt- und Besuchsverbote (COVID-19-Pandemie) angeordnet [32]. Die Studierenden sollten ursprünglich semesterweise jeweils in eine Studien- und Kontrollgruppe eingeteilt werden. In den Studiengruppen sollten Diagnosefindung und Therapieplanungen anhand von klinischen Fällen erarbeitet und von einem wissenschaftlichen Mitarbeiter betreut und supervidiert werden. Zusätzlich sollten praktische Fertigkeiten unterrichtet werden. Am Ende der Lehreinheit war eine Überprüfung mit einem OSCE für die Studiengruppe geplant. Durch den verlängerten Lockdown war es jedoch nicht möglich die ursprünglich geplante Studie durchzuführen. Somit konnten nur Frontalveranstaltungen online durchgeführt werden. Auch wenn diese interdisziplinär aufgebaut waren, verbessern sie nicht das Transferdenken bzw. die Handlungskompetenz. Hier bedarf es Interaktionen. Die Studierenden wurden gebeten ihren subjektiven Wissensstand vor und nach dem Frontzahntrauma-Curriculum selbst einzuschätzen. Tendenziell schätzten sie ihr Wissen nach dem Curriculum signifikant besser ein. Diese Selbsteinschätzung muss jedoch kritisch betrachtet werden und könnte zu einer Überschätzung der Studierenden in ihren Fähigkeiten führen. Dieser Effekt wird als Dunning-Kruger-Effekt bezeichnet [25]. Damit sie ihre klinischen Fähigkeiten einschätzen können, hätten diese auch unterrichtet und geprüft werden müssen.
Die vorliegende Studie konnte zeigen, dass sich in allen Semestern ein Lernzuwachs bei den Fragen zu Faktenwissen einstellte. Die Abstraktion dieses Wissens und die Übertragung auf eine klinische Situation scheint für Studierende aber nach wie vor eine Herausforderung darzustellen. Bei der Beurteilung von Lernzuwachs spielt die Lernqualität bzw. die Form des Kompetenzerwerbs eine übergeordnete Rolle.
4.1. Limitationen der Untersuchung
Zunächst ist festzuhalten, dass mit 96 teilnehmenden Studierenden (von insgesamt 231 Studierenden) weniger als die Hälfte der Studierenden an der Befragung teilgenommen hat. Die geringe Fallzahl lässt keine grundlegenden neuen Erkenntnisse in der Lehrforschung zu. Da die Befragung bewusst an einer ausgewählten Stichprobe von Studierenden der Zahnmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover durchgeführt wurde, ist eine Verallgemeinbarkeit bzw. Übertragung der Ergebnisse auf andere Standorte nicht möglich. Ferner muss bedacht werden, dass die Fragebögen zu beiden Untersuchungszeitpunkten mithilfe von mobilen Endgeräten an unterschiedlichen Orten bearbeitet wurden. Die Umgebung wurde demnach nicht kontrolliert, es könnten Ablenkungen etc. stattgefunden haben und die Studierenden konnten keine Rückfragen stellen. Darüber hinaus fand keine Ausfallanalyse statt, d. h. die Merkmale der Teilnehmenden, die nicht an der Befragung teilnahmen, wurden nicht untersucht.
5. Schlussfolgerungen
Das neu entwickelte interdisziplinäre Curriculum „Dentale Traumatologie“ stellte sich hinsichtlich des Lernerfolges bei Faktenwissen und der Lernzufriedenheit als erfolgreich heraus. Die Ergebnisse der Studie zeigen aber auch, dass bei Studierenden durch Frontalveranstaltungen weder Transferdenken noch Handlungskompetenzen gestärkt werden können. Ein Lernerfolg in diesen Lernkompetenzen ist nur durch interaktiven Kleingruppenunterricht und praktische Übungen zu erreichen.
Anmerkungen
Förderung
Die Studie wurde vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur im Rahmen des Förderprogramms für Innovative Lehr- und Lernkonzepte (Innovation Plus) gefördert.
Autoren
Die Autoren Ingmar Staufenbiel und Alexander Rahman sind gleichberechtigte Senior-Autoren.
ORCIDs der Autor*innen
- Derk Peters: [0009-0000-9124-8666]
- Kirstin Vach: [0000-0001-9278-2203]
- Ingmar Staufenbiel: [0000-0002-7155-8402]
- Alexander Rahman: [0000-0001-9491-3107]
Interessenkonflikt
Die Autor*innen erklären, dass sie keinen Interessenkonflikt im Zusammenhang mit diesem Artikel haben.
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