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GMS Journal for Medical Education

Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

ISSN 2366-5017


Dies ist die deutsche Version des Artikels. Die englische Version finden Sie hier.
Übersichtsarbeit
Professionelle Identitätsentwicklung

[Definitionen der Professional Identity Formation. Eine Literaturübersicht und konzeptionelle Analyse]

 Moritz Schumm 1
Alexander Kremling 2
Pascal O. Berberat 1
Jan Schildmann 2
Christiane Vogel 2

1 TUM Medical Education Center, Department Clinical Medicine, TUM School of Medicine and Health, Technische Universität München, München, Deutschland
2 Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Profilzentrum Gesundheitswissenschaften, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Halle (Saale), Deutschland

Zusammenfassung

Ziel: Zweck dieses Reviews ist es, die Terminologie der Professional identity formation (PIF) besser zu verstehen. Ausgehend von der Frage „Wie wird PIF definiert?“ will der Artikel einen Überblick und eine Analyse der bisher etablierten Ansätze zum Verständnis von PIF liefern, wobei der Schwerpunkt auf expliziten Definitionen und den wichtigsten konzeptionellen Beiträgen liegt.

Methode: Es wurde eine systematische Literaturrecherche über MEDLINE und CINAHL durchgeführt. Das PRISMA-Framework wurde zur Unterstützung einer umfassenden Suchstrategie und Sichtung verwendet. In einem ersten Schritt unserer konzeptionellen Analyse wurden die Texte hinsichtlich expliziter Definitionen analysiert. In einem zweiten analytischen Schritt wurden die inhaltlichen Foki der Artikel sowie verschiedene Elemente der PIF-Definitionen durch einen Vergleich der Struktur und des Inhalts der Definitionen analysiert.

Ergebnisse: 25 von 639 Artikeln erfüllten die Auswahlkriterien. Wir haben drei Kategorien für eine weitere konzeptionelle Analyse der Definitionen anhand der folgenden Fragen identifiziert: (1) Auf welche Aspekte des „ärztlichen Werdens“ konzentriert sich PIF? (2) Welche weiteren Eigenschaften hat PIF? (3) Was ist das Ergebnis von PIF? Zusätzlich wurden die inhaltlichen Foki der identifizierten Artikel berücksichtigt.

Die inhaltlichen Foki der identifizierten Artikel zeigten unterschiedliche Absichten hinsichtlich PIF. Am häufigsten standen „Werte“ und „Normen“ im Mittelpunkt der Definitionen. Zu weiteren Eigenschaften von PIF werden uneinheitlich verschiedene Aspekte genannt. Mögliche Ergebnisse von PIF, die in oder im Zusammenhang mit Definitionen genannt werden, sind am häufigsten „think, act, and feel like a physician“.

Schlussfolgerung: Review und Analyse bieten einen Überblick über Möglichkeiten zur Definition von PIF und typische Elemente. Die Kontextualisierung dieser Ergebnisse innerhalb der Publikationsgeschichte von PIF wird das Verständnis der Entwicklung des Begriffs sowie seines Potenzials für eine umfassendere Definition fördern.


Schlüsselwörter

Professional Identity Formation, Professionalismus, medizinische Ausbildung, Definition, professionelle Identität

1. Hintergrund

Professional identity formation (PIF) kann als aufstrebender Stern am Himmel der zeitgenössischen Konzepte der medizinischen Ausbildung bezeichnet werden. Der Bericht der Carnegie Foundation aus dem Jahr 2010, der oft als Auslöser einer breiten Diskussion über dieses Konzept angesehen wird [1], [2], [3], [4], stellte fest: „professional identity formation – the development of professional values, actions, and aspirations – should be the backbone of medical education“ [5]. Als Antwort auf diese Forderung hat die Idee bis heute erheblich an Dynamik gewonnen. Trotz seiner allgemeinen Beliebtheit ist PIF aufgrund unterschiedlicher Auffassungen und Anwendungsweisen ein vielschichtiges Konzept, bei dem „[s]everal different, and sometimes conflicting, conceptualizations and theories of PIF populate the literature“ [6]. Konzeptionelle Vielfalt zeigt sich auch in einer Reihe von Übersichtsarbeiten, die unterschiedliche Ziele verfolgen. Afshar et al. streben beispielsweise eine Vereinheitlichung des Themas durch die Synthese verschiedener Ansätze an [7], während Sarraf-Yazdi et al. versuchen, ein alternatives Modell zur Identitätsentwicklung zu implementieren [8]. Mount et al. gehen näher auf die Konsequenzen ein, die unterschiedliche Sichtweisen auf PIF für die Entwicklung der praktischen Lehre haben könnten [6]. Im Gegensatz dazu konzentriert sich der vorliegende Übersichtsartikel in erster Linie auf die Suche und Zusammenstellung von Definitionen von PIF im engeren Sinne. Ausgehend von der Frage „Wie wird PIF definiert?“ soll mit dem Artikel ein Überblick über bisher etablierte Verständnisweisen von PIF gegeben und ein erster Vergleich spezifischer Aspekte der einbezogenen Artikel und der (dort) identifizierten Definitionen erstellt werden.

Die Idee zu diesem Artikel entstand im Rahmen der Aktivitäten der Mitglieder des Ausschusses „Professional Identity Formation“ der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung, der seit zwei Jahren die Überzeugung vertritt, dass die Implementierung von PIF in die Lehre an medizinischen Fakultäten auch ein besseres Verständnis der Terminologie erfordert. Zu diesem Zweck haben die Autor*innen (von denen vier Mitglieder des Ausschusses sind: MS, POB, JS, CV) dieses Review erstellt, um Definitionen von PIF zu sammeln und zu analysieren, ohne dabei eine neue Definition zu liefern. Letzteres war Gegenstand einer weiteren Arbeitsgruppe innerhalb des oben genannten Ausschusses [9].

2. Methodik

Wir haben eine systematische Literaturrecherche gemäß den Richtlinien der Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses (PRISMA) [10] durchgeführt, um mögliche Definitionen im Zusammenhang mit PIF zu identifizieren. PRISMA wurde als Rahmenwerk gewählt, da es sich ausschließlich auf den Bericht systematischer Literaturrecherchen konzentriert. Eine Übersicht über die methodischen Schritte finden Sie in Anhang 1 [Anh. 1]. Die Datenbankrecherche wurde von April bis Mai 2024 durchgeführt. Zusätzlich zum Review wurde eine konzeptionelle Analyse der einbezogenen Artikel und der identifizierten Definitionen nach weiteren Kriterien als Grundlage für den Vergleich durchgeführt.

2.1. Auswahlkriterien

Die Einschluss- und Ausschlusskriterien wurden vor der Studienauswahl festgelegt. Alle Entscheidungen über die Einschluss- und Ausschlusskriterien wurden im Konsens zwischen den beteiligten Autor*innen getroffen. Besonderes Augenmerk wurde auf den Einschluss allgemeiner Diskussionen zur Professional identity formation sowie den Ausschluss von Diskussionen mit Schwerpunkt auf bestimmten medizinischen Fachgebieten gelegt. Die Suche konzentrierte sich auf Artikel in englischer oder deutscher Sprache. In Anlehnung an das PICO-Modell [11] sind unsere Einschluss- und Ausschlusskriterien für die Suche in Tabelle 1 [Tab. 1] aufgeführt.

Tabelle 1: Einschluss- und Ausschlusskriterien der Studienauswahl

2.2. Suchstrategie

Die Suche nach Artikeln konzentrierte sich ausschließlich auf den Begriff „Professional identity formation“ ohne weitere Einschränkungen (z. B. hinsichtlich des Zeitpunktes der Veröffentlichung), um eine breite Perspektive auf diesen Begriff zu ermöglichen. Zu den Einschränkungen dieser Suchstrategie siehe den Abschnitt „Limitationen“ weiter unten. Für die Suche wurden die beiden Datenbanken MEDLINE über PubMed und CINAHL über EBSCO ausgewählt. MEDLINE ist die umfassendste Datenbank für die Literaturrecherche im Bereich der Biomedizin. CINAHL wurde ausgewählt, um die Ergebnisse durch ihren Schwerpunkt auf Pflege, Gesundheitsforschung und Gesundheitswesen zu erweitern.

2.3. Auswahlprozess

639 Artikel wurden im Juni und Juli 2024 anhand von Titel und Abstract von zwei der Autor*innen (MS, CV) auf ihre Eignung hinsichtlich der Ausschluss- und Einschlusskriterien geprüft. Alle wesentlichen Abweichungen oder kontroversen Studien wurden nach einer Diskussion und Einigung zwischen diesen beiden Autor*innen geklärt. Zur Überprüfung und Bewertung wurden die aus der Datenbankrecherche stammenden Studien in Rayyan [https://www.rayyan.ai/] übertragen – ein Tool für systematische Literaturrecherchen sowie Kollaborationsprogramm.

2.4. Datenerfassung

Die in Frage kommenden Studien wurden geprüft und analysiert und anschließend von drei der Autor*innen (MS, AK, CV) diskutiert, um einen Konsens über die spezifische Definition von PIF in jedem Artikel zu erzielen. Im Rahmen der Diskussion wurde vereinbart, ob es eine Definition oder Ansätze dafür gibt oder nicht. Zur besseren Veranschaulichung der Ergebnisse wurden diese einheitlich und systematisch in einer tabellarischen Übersicht festgehalten (siehe Anhang 2 [Anh. 2]).

2.5. Erster analytischer Schritt: Extraktion von Definitionen

Wir haben die Texte nach Sätzen oder Absätzen durchsucht, die einer Definition im Sinne einer Aussage über die Verwendung des Begriffs Professional identity formation am nächsten kommen. Wir haben also eher nach Sätzen und Absätzen gesucht, die notwendige und hinreichende Bedingungen für PIF enthalten. Wir haben dies als eine andere Aufgabe verstanden als beispielsweise die Hauptthese zu PIF oder den zentralen Beitrag der jeweiligen Autor*innen zur Debatte zu extrahieren. Falls keine Definition von PIF gefunden werden konnte, suchten wir nach dem am ehesten verwandten definierten Ausdruck wie „Professional identity“ oder „Identity formation“. Haben wir eine explizite und klare Definition eines zentralen Elements der Definition gefunden, haben wir diese ebenfalls aufgenommen. Wir haben die Passagen als Sätze der Form „PIF is defined as…“ vereinheitlicht, um einen einfacheren Vergleich zu ermöglichen, wobei wir so wenig wie möglich an den Originalpassagen geändert haben und unsere eigene Meinung über eine gute PIF-Definition nicht eingeflossen ist.

2.6. Zweiter analytischer Schritt: Tiefergehende konzeptionelle Analyse von Struktur und Inhalt der extrahierten Definitionen

Wir haben uns dann den Inhalt der Definitionen genauer angesehen und die Definitionen systematisch vereinheitlicht, ohne ihre Bedeutung zu verändern. Anschließend haben wir nach wiederkehrenden Inhalten oder Arten von Inhalten gesucht, anhand derer sich leicht beschreiben lässt, in welcher Hinsicht sich die Definitionen unterscheiden.

3. Ergebnisse

Das Flussdiagramm (siehe Abbildung 1 [Abb. 1]) stellt die Such- und Auswahlergebnisse dar. Die Datenbanksuche identifizierte zunächst 828 Publikationen. 25 Publikationen wurden in die Übersichtsarbeit eingeschlossen.

Abbildung 1: PRISMA 2020 Flussdiagramm für neue Systematic Reviews mit Datenbankrecherche

3.1. Erster Analyseschritt: Extraktion der Definitionen

Anhang 2 [Anh. 2] zeigt die identifizierten Definitionen zusammen mit der vereinfachten Formulierung. Einigung über die Definition oder darüber welcher (Ab-)Satz einer Definition am nächsten ist, erforderte Diskussion und Interpretation unter den Autor*innen (MS, AK, CV). Oft war es nicht der Fall, dass PIF klar im Text durch eine einzelne Aussage eingeführt wurde (z. B. [12]). In vier Fällen konnte trotz sehr inklusiver Definitionskriterien keine Definition gefunden werden [13], [14], [15], [16]. Oft benutzen Autor*innen ein direktes Zitat oder eine ähnliche Formulierung unter Verweis auf einen anderen Artikel (insbesondere auf [17]). Wir haben die Bezüge in Anhang 2 [Anh. 2] dargestellt. PIF wurde in vielen Fällen indirekt über Aussagen eingeführt, die bereits einen Fokus setzen und einen inhaltlichen Aspekt betonen, der den Autor*innen besonders wichtig ist. Es war außerdem häufig schwierig, über Anfang und Ende der Passage zu entscheiden, die den Begriff PIF einführt. Manchmal war es schwierig, die Definition der Autor*innen von einer berichteten Definition zu unterscheiden (die die Autor*innen selbst ablehnen könnten), sowie von normativen Aussagen darüber, wie PIF durch Ausbildungsmaßnahmen gestaltet werden sollte (z. B. [7]). Zudem war das Definiendum (der definierte Begriff) zwar häufig PIF aber manchmal auch „Professional identity“; manchmal war es einfacher zu entscheiden, was der zentrale Beitrag der Autor*innen zur Diskussion von PIF war als festzulegen, was ihre PIF-Definition ist. In manchen Publikationen wird der Begriff PIF im Text nicht durch eine Definition eingeführt, sondern durch die Verknüpfung mit partiell überlappenden anderen Themen und/oder Begriffen (z. B. [18]).

3.2. Zweiter Analyseschritt: Tiefergehende konzeptionelle Analyse der identifizierten Definitionen und Publikationen

Wir konnten drei zentrale wiederkehrende Elemente der Definitionen identifizieren, die als Antworten auf die folgenden drei Fragen verstanden werden können:

  1. Auf welchen Aspekt davon, „ein Arzt/eine Ärztin zu werden“, fokussiert PIF?
  2. Welche weiteren Eigenschaften hat PIF?
  3. Was ist das Ergebnis von PIF?

Anhang 2 [Anh. 2] zeigt die vereinfachten Definitionen und eine Farbkodierung, die diese Elemente darstellt. Im Folgenden beschreiben wir die inhaltlichen Hauptfoki der Artikel und fassen dann den Inhalt wiederkehrender Elemente der Definitionen zusammen.

3.2.1. Inhaltliche Foki

Ein Vergleich der 25 Artikel zeigt diverse Hintergründe und Absichten mit möglichem Einfluss auf die identifizierten Definitionen (siehe Abbildung 2 [Abb. 2]).

Abbildung 2: Inhaltliche Foki der 25 ausgewählten Artikel

In 13 der 25 Artikel wurde primär auf einen Beitrag zum Verständnis von PIF abgestellt [2], [6], [7], [8], [12], [15], [16], [18], [19], [20], [21], [22], [23]. Die Absichten dahinter unterscheiden sich deutlich: Afshar et al. [7] etwa versuchen eine Synthese verschiedener PIF-Definitionen, während Sarraf-Yazdi et al. in einem Scoping Review [8] versuchen, ein neues Modell von PIF („ring theory of personhood“) darzulegen, während Cruess et al. [2] und Sternszus et al. [23] versuchen, PIF im Rahmen von kompetenzbasierter medizinischer Ausbildung zu verorten. In vier Artikeln wird PIF als Chance gesehen, unterrepräsentierte Aspekte in die medizinische Ausbildung einzubringen: Helmich et al. [24] plädieren für eine größere Sensibilität gegenüber unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, während sich Volpe et al. [25] auf die Repräsentation von Minderheiten in der medizinischen Ausbildung konzentrieren. In zwei Artikeln werden Führungsfähigkeiten als entscheidender Faktor für PIF hervorgehoben [26], [27], während sich Bynum et al. [28] und Lusk [29] auf die Bedeutung bestimmter Emotionen in der medizinischen Ausbildung konzentrieren. Kim et al. [4] fokussieren auf moralische Aspekte als entscheidende Faktoren für PIF. Hafferty et al. [14] betrachten das Potenzial für kritisches Denken im Kontext von PIF, um Veränderungen im derzeitigen medizinischen System zu ermöglichen. Die Unterschiede der thematischen Ausrichtung werden noch deutlicher, wenn man auch die unterschiedlichen „Zielgruppen“ der Artikel berücksichtigt: Die meisten Artikel (20) befassen sich mit der Identität eines Arztes/einer Ärztin, aber es finden sich auch Artikel, die die Spezifik von PIF für Chirurg*innen [30] und Pflegepersonal [13], [26], [31] hervorheben, während sich Rosenblum et al. [3] auf PIF für Ärzt*innen konzentrieren, die auch in der Forschung tätig sind.

3.2.2. Aspekte davon, „ein Arzt/eine Ärztin zu werden“

Zu bestimmten Aspekten kann weitreichende Übereinstimmung festgestellt werden: „Werte“ („values“) werden in elf Publikationen genannt [2], [3], [6], [12], [19], [20], [23], [26], [28], [29], [30]. Darauf folgen „Normen“ („norms“) [6], [19], [20], [23], [26], [29] und „Charakteristiken“ („characteristics“) [6], [19], [20], [23], [26], [29], die jeweils sechsmal genannt werden. „Bestrebungen“ („aspirations“) [2], [3], [12], [30] sowie „Handlungen“ („actions“), „Verhaltensweisen“ („behaviors“), „Wissen“ („knowledge“) und „Fertigkeiten“ („skills“) [6], [12], [28] werden ebenfalls mehrmals genannt. Jede Definition ist neutral hinsichtlich des genauen Inhalts der Werte, Normen etc. Es gibt keinen Versuch, erwünschte Werte auszubuchstabieren. In dieser Hinsicht ist PIF durchweg neutral definiert.

3.2.3. Weitere Eigenschaften von PIF

In den 25 eingeschlossenen Artikeln gibt es ein gemeinsames Verständnis von PIF als einem Prozess. Die weiteren Beschreibungen unterscheiden sich allerdings. In manchen Formulierungen wird ein „kontinuierlicher“ Prozess beschrieben [7], [12], um zu betonen, dass PIF anhaltend („ongoing“) [6] ist und über die gesamte Karriere hinweg („career-long” [25]) anhält. In anderen Fällen wird die „dynamische“ („dynamic”) [12], [18], [22], [28], „nicht-lineare“ („non-linear”) [7], [8], „fluide“ („fluid”) [8] und „komplexe“ („complex”) [4], [6], [8], [12] Charakteristik von PIF hervorgehoben – und damit auch, wie variabel der jeweilige Prozessverlauf sein kann.

Zugleich gibt es eine weitgehende Übereinstimmung in Bezug auf bestimmte strukturelle Eigenschaften der Definitionen. Diese werden von Jarvis-Selinger et al. [17] beschrieben als ein „process that happens simultaneously on two levels: (1) at the level of the individual […] and (2) at the collective level“. Dieses psychosoziale („psychosocial“ [4], [7]) Zusammenspiel ist für viele Artikel instruktiv. Wird PIF dabei als „Sozialisation“ („socialization“ [3], [4], [12], [20], [23], [31]) beschrieben, mit dem Ziel, Teil der „medical community of practice“ [18] zu werden oder ein Zugehörigkeitsgefühl („sense of affiliation“ [3]) zu entwickeln, dann neigen die Artikel dazu, von einem „gesellschaftlich konstruierten“ („socially constructed“ [12]) Prozess zu sprechen. Der Schwerpunkt verschiebt sich und „seems to fall more acutely on the individual“ [25], wenn Formulierungen des Prozesses als „Entwicklung“ („development“/„developmental“ [2], [4], [12], [20], [23], [30], [31]) oder „Transformation“ („transformation“/„transformative“ [6], [8], [12], [21]) in Anschlag gebracht werden. Aber beide Seiten sind jeweils eingebettet in eine Struktur wechselseitiger Abhängigkeit, wobei Artikel [4], [20], [23], [31] diesbezüglich explizit auf Jarvis-Selinger et al. [17] verweisen oder ein diesem ähnliches Verständnis verwenden wie es Volpe et al. [25] mit der Metapher der Doppelhelix zum Ausdruck bringen.

Dieser Übereinstimmung in genereller Hinsicht können wiederum Unterschiede mit Blick auf Details gegenübergestellt werden. Dies betrifft etwa die Frage, wie viel Handlungsmacht dem einzelnen Gesundheitspersonal im PIF-Prozess zugesprochen wird. Manche Formulierungen legen eine passive Rolle der Gesundheitsfachkräfte nahe, die von verschiedenen Faktoren außerhalb und innerhalb des Ausbildungsbetriebs beeinflusst würden [18]. Andere Formulierungen nutzen ein aktiveres Vokabular. Wird PIF als etwas beschrieben, das „erreicht“ („achieved“ [18], [19], [20]) wird oder das Individuen „aushandeln“ („negotiate“ [6], [23]), „navigieren“ (“navigate“ [8]) oder von dem sie bestimmte Aspekte „verbinden“ (“merge“ [6]) können, wird ihnen damit eine kreative und konstruktive Rolle zugeschrieben.

3.2.4. Ergebnisse von PIF

Wenn es darum geht, ein Ergebnis des PIF-Prozesses zu beschreiben, wird in den Artikeln oft das Zitat „think, act and feel like a physician“ angeführt. Im Original lässt sich dieses Zitat auf Merton [32] zurückführen, populär wurde es jedoch durch Cruess et al. [2], [18], [20]. Diese und ähnliche Formulierungen („thinking, acting, and feeling like a physician“, „thinking, acting, and feeling like a nurse“) werden außer bei Cruess et al. selbst in fünf anderen Definitionen [6], [19], [23], [26], [29] und viermal im Gesamtkontext der Artikel [12], [15], [16], [31] angeführt.

4. Diskussion

4.1. Interpretation der Ergebnisse

Ziel dieses systematischen Reviews war es, herauszuarbeiten, wie professional identity formation in der Fachliteratur der Gesundheitsberufe definiert wird. Die 25 Artikel, die wir hierzu gründlich nach Definitionen von PIF durchsucht haben, erlaubten sowohl Einblicke in die Begriffsentwicklung von PIF als auch in die Funktionalisierung durch unterschiedliche Interessensgruppen. Vor allem der Blick auf die inhaltlichen Foki der Artikel (siehe Abbildung 2 [Abb. 2]) verortet PIF an einem Schnittpunkt, an dem sich divergierende Perspektiven und Intentionen kreuzen, die das Verständnis von PIF wie auch dessen Rolle für die medizinische Ausbildung prägen. Zugleich lassen sich in dieser Vielfalt unterschiedlicher Perspektiven und Interessen aber auch erste Formen von Übereinkunft identifizieren.

An erster Stelle bezeichnen die Beschreibung von PIF als „Prozess“ und die Darstellung von PIF als einem Zusammenspiel von sowohl „individueller“ als auch „kollektiver“ Aspekte [17] eine weitreichende Übereinstimmung auf ein Strukturmodell. Auch wenn daran anschließende, weitere Ausdifferenzierungen wieder eigene Wege gehen, scheint diese Struktur doch eine Art Blaupause und geteilte Grundlage für das Verstehen von PIF zu bilden.

An zweiter Stelle ist der gemeinsame Gebrauch von spezifischen Formulierungen zu nennen, die – auch wenn sie nicht direkt den strengen Vorgaben einer Definition entsprechen – dennoch in die Richtung eines gemeinsinnlichen oder intuitiven Verständnisses deuten. Begegnet man immer wieder dem Einsatz von Begriffen wie „Werten“ („values“), „Normen“ („norms“), „Charakteristiken“ („characteristics“) oder auch „Handlungen“ („actions“) und „Bestrebungen („aspirations“) mag der Grund hierfür in zwei Zitaten liegen: Der Bericht der Carnegie Foundation von 2010 prägte die Wendung „values, actions, and aspirations“ [5], während Cruess et al. [20] von „norms, values and characteristics“ sprechen. Beide Quellen spielen jeweils wichtige Rollen in der Entwicklung von PIF: Der Bericht der Carnegie Foundation kann als ein historischer Startpunkt angesehen werden und Cruess et al. – vor allem durch die Vorlage eines ersten umfangreichen Sammelbandes zum Thema [33] – als die “most commonly referenced authors for defining PIF in the medical education literature” [4]. Im Fall der Formulierung „think, act, and feel like a physician” ist bemerkenswert, dass nur vier Artikel sich direkt auf Merton [32] als Referenz beziehen [2], [16], [18], [20], während drei weitere [12], [19], [23] Cruess at al. [18], [20] als Quelle anführen. Alle übrigen Wiedergaben verfügen über keinerlei Referenz. Dabei scheint es sich weniger um einen Fehler zu handeln als vielmehr um die Folge einer beständigen Wiederholung des Ausdrucks bis zu dem Punkt, an dem er zum Schlagwort und zur Chiffre eines intuitiven PIF-Verständnisses geworden ist. Auf ganz ähnliche Weise wie Latour die Entstehung einer wissenschaftlichen Tatsache als Prozess beschrieben hat, bei dem eine Behauptung ihre Autorschaft verliert [34], [35], so scheinen auch „values“, „norms“, etc. und „thinking, acting, and feeling like a physician“ – obgleich noch in sehr genereller Form – ein Gemeinplatz für das Verstehen von PIF zu werden. Die Unbestimmtheit betreffs spezifischer Werte/Normen etc. in den Definitionen unterstreicht die Wichtigkeit einer genaueren Bestimmung dieser zentralen Aspekte, wenn es darum geht, die Rahmenbedingungen für ein PIF-Lehrprogramm – für die Vermittlung dieser Werte/Normen an zukünftige Fachkräfte der Gesundheitsberufe – zu entwickeln. Die bestehenden Definitionen bieten für diese, für die Lehre zentralen, Diskussionspunkte keine Klärung an.

4.2. Limitationen

Das Review umfasste eine verlässliche Menge an Artikeln, um nach PIF-Definitionen zu suchen. Der Einschluss weiterer Datenbanken wie beispielsweise den von BEME vorgeschlagenen „Core bibliographic databases“ und „additional databases“ [36] könnte allerdings eine umfangreichere Artikel-Sammlung und möglicherweise die Identifikation zusätzlicher, für die Recherche relevanter, Artikel ermöglichen.

Die Artikelsuche konzentrierte sich vollständig auf den Begriff professional identity formation und hielt sich konsequent an diese Eingrenzung. Artikel, die den Begriff nur teilweise oder alternative Formulierungen verwenden, fanden keine Berücksichtigung in der Artikelauswahl.

Wie bereits in der Ergebnis-Sektion beschrieben, erforderte die diskussionsgeleitete Identifikation von Definitionen innerhalb der 25 ausgewählten Artikel ein hohes Maß an Interpretation und Kompromiss, um Konsens zu erreichen. Für die Inklusion von Definitionen wurden zwar strenge Vorgaben befolgt, es wurden aber auch andere Formulierungen zugelassen, wenn ansonsten kein anderes definierendes Element identifiziert werden konnte. Dies gilt für Abschnitte, die (teilweise) nicht die formalen Voraussetzungen einer Definition erfüllen und/oder Abschnitte, denen es nicht um eine Definition von PIF im Allgemeinen ging (z. B. „professional identity is …“ [23]) und/oder Abschnitte, die andere Begriffe als PIF verwendeten (z. B. „professional socialization“ [7]).

5. Schlussfolgerung

Die Ergebnisse dieses Artikels beschreiben PIF als einen Entwicklungsprozess, wobei eine weitergehende Definition dieses Prozesses selbst (noch) in der Entwicklung zu sein scheint. Mit dem Fokus auf begriffliche Schärfe lässt sich dies als ein Mangel an Klarheit verstehen. Zukünftige Forschung an der Definition von PIF (in unterschiedlichen Kontexten und Disziplinen) kann entsprechend dazu beitragen, das Verständnis dieses vielfältigen Prozesses zu verbessern. Ein Desiderat in Richtung dieses Artikels kann ein erster Schritt sein, um eine Diskussion über gute und produktive Definitionen von PIF anzuleiten.

Eine systematische Zusammenstellung und Strukturbeschreibung des Inhalts bestehender Definitionen offeriert einen Ausgangspunkt für die Reflexion und bewusste Wahl einer Definition. Dies ist vor allem in Bezug auf die Anwendbarkeit von PIF im Bereich der medizinischen Ausbildung von besonderer Bedeutung, da die Entscheidung für ein und gegen ein anderes Verständnis Einfluss auf die Art und Weise haben kann, wie PIF in ein medizinisches Curriculum eingebunden wird. Ein Fokus beispielsweise auf das Individuum und dessen Wirkmacht in diesem Prozess beschreibt PIF zu einem guten Teil als eine Frage persönlicher Entscheidung. Die Lehre würde entsprechend auf freiwillige Formate abzielen, um Unterstützung bei dieser Entwicklung anzubieten wann immer diese gewünscht ist. Verlässt man sich, in Gegensatz hierzu, eher auf die Sozialisationsaspekte und ihre spezifischen „norms, values, and characteristics“ [20], würde dies für einen direkteren Lehransatz sprechen, der diese Besonderheiten konkret in die Lehre integriert, um Studierende mit den entsprechenden Einsichten in die medizinische Profession auszustatten. In diesem Fall würde die implementierte Lehre auch näher an das Konzept von Professionalism [2] und der damit verbundenen Überzeugung von der generellen Mess- und Testbarkeit von PIF heranrücken. Bezöge man wiederum nicht nur die Erfahrungen im professionsbezogenen Kontext, sondern das gesamte Erfahrungsspektrum der individuellen Entwicklung mit ein, würde man hierdurch den medizinischen Rahmen transzendieren und die Anwendbarkeit des Konzepts für die medizinische Ausbildung aufs Spiel setzen.

Nichtsdestotrotz kann man die begriffliche Offenheit aber auch als eine Dynamik würdigen, die das Konzept von PIF mit einer notwendigen Flexibilität und Anpassungsfähigkeit ausstattet, um sich Ausdruck zu verschaffen. Stellt die medizinische Ausbildung doch selbst ein hochgradig diversifiziertes Feld dar, an dessen Gestalt eine Vielzahl verschiedener Perspektiven beteiligt sind, so dass die Entwicklung von PIF vielleicht zwar keine finale und definitive Konsolidierung erfahren wird, aber sich das Potenzial für eine anwachsende Unterstützung durch unterschiedliche Interessensvertretungen erschließt – und damit auch die Fähigkeit, seine Wirkung zu entfalten.

Danksagung

Theresa Schneider (Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Profilzentrum Gesundheitswissenschaften, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und Simon Müller (TUM Medical Education Center, Department Clinical Medicine, TUM School of Medicine and Health, Technische Universität München) – beide studentische Hilfskräfte – haben bei der Durchsicht der Suchergebnisse assistiert. Wir bedanken uns für ihre Unterstützung.

ORCIDs der Autor*innen

Interessenkonflikt

Die Autor*innen erklären, dass sie keinen Interessenkonflikt im Zusammenhang mit diesem Artikel haben.


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Anhänge

Anhang 1PRISMA 2020 Checkliste (Anhang_1.pdf, application/pdf, 137.36 KBytes)
Anhang 2Liste identifizierter Definitionen (Anhang_2.pdf, application/pdf, 126.34 KBytes)